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Angorameerschweinchen - ein Rasseporträt Das Angorameerschweinchen ist sozusagen eine Langhaarvariante vom bekannten Rosettenmeerschweinchen. Angorameerschweinchen sind also Langhaarmeerschweinchen mit vielen Wirbeln, je mehr Wirbel, desto besser. Die Wirbel sollten in Linie und Symmetrie sein und ein deutliches Zentrum haben. Es ist eine der ältesten Meerschweinchenrassen in Deutschland, die vor ca. 30 Jahren noch so gut wie unbekannt war. Die Wirbel des Angorameerschweinchens sind idealer Weise genau wie die des Rosettenmeerschweinchens angeordnet: Vier am Körper, zwei an der Hüfte, zwei an der Hinterhand. Jedoch findet man über die Anzahl der Wirbel unterschiedliche Angaben. Es gibt welche, die auf den ersten Blick eher dem Peruaner-Meerschweinchen ähneln, wie unsere Lilly, dann haben wieder einige ein Fell mit dem typischen Kopfwirbel, aber weniger Körperwirbeln und dann wirbelt es wieder wild durcheinander. Je nach Felllänge kann sich ein Scheitel auf dem Rücken bilden. Sie sollten einen langen Pony, der in das Gesicht fällt, haben. Das Fell ist seidenweich und kuschelig (wie mit Perwoll gewaschen), nicht so griffig und stoppelig wie bei den Kurzhaarrosetten. Es gibt sie in allen Farbvariationen die man bei Meerschweinchen kennt. Sie sind vermutlich aus der Verpaarung von Peruaner und Rosettenmeerschweinchen entstanden. Auch eine Mutation in anderen Zusammenhängen ist möglich. Als eigene Rasse ist es noch nicht offiziell anerkannt, aber es ist auf dem besten Weg dazu, denn es gibt bereits einen vorläufigen Rassestandard beim OMNC und beim LMC.
Hinter den Ohren, durch die langen Haare verdeckt, je 1 kahle Stelle, ca. 1 cm ² Das bei allen Meerschweinchenrassen normal, nur bei den langhaarigen sieht man es nicht gleich.
Bei Ikarus, einem besonders schönem Jungböckchen, sieht man gut die deutlich ausgeprägten und gleichmäßig angeordneten Rosetten sowie die Backenbärte. Sein Vater ist übrigens Snowbell, ein Angorabock und die Mutter Cassandra, eine Peruanerdame mit Angorablut. Von der Anatomie unterscheidet sich das Angorameerschweinchen eigentlich nicht von den meisten anderen Meerschweinchenrassen. Atemwegserkrankungen und Probleme, wie sie entstehen können, wenn die Zucht auf eine kurze Kopfform abzielt, weitestgehend aus. Denn der als Rassestandart bei vielen Rassen erwünschte runde, gedrungene, kurze Kopf (Römernase) führt nicht nur zu diesen Problemen, auch der Platzmangel im zu kurzen Kiefer kann schwere Zahnfehlstellungen und Zahnschäden verursachen. Zwangsläufig kommt es zu einer Knickung des Tränen-Nasen Kanals und zu einem Stau der Tränenflüssigkeit. Das wiederum verursacht einen Ausfluss der durch bakterielle Infektionen schwere Folgeschäden mit sich bringt. Der erste Rassestandard für Angorameerschweinchen vom OMNV Das Angora-Meerschweinchen Das Angorameerschweinchen zählt
zu den Langhaarmeerschweinchen und zeigt mind. 6-12 Rosetten am Körper
und einen Pony der ins Gesicht fällt. Die Behaarung sollte eine gleichmäßige
Länge vorweisen und sich seidig und weich anfühlen und eine sehr gute
bis hervorragende Dichte zeigen. Die kräftige Kopfbehaarung zeigt zwei gleichlange
und volle Backenbärte. Die Anordnung der Rosetten
ist wie folgt festgelegt: Mindestens 3-4 Körperrosetten
und mind. 3-4 Hinterhandrosetten, die so groß und kreisrund wie möglich
sein sollten. Ein Tier mit einer höheren Anzahl der Körperrosetten ist
vorzuziehen und sollte das Zuchtziel sein. Rosetten die in Linie angeordnet
sind werten das Prädikat auf. Zusätzlich Rosetten an Schulter, Nase
oder Körper sind wünschenswert und stellen keine Zuchtminderung dar.
Der gesamte Behaarungszustand sollte einen ungeordneten
Eindruck machen. Der Körperbau ist kurz und
geblockt und zeigt eine gut bemuskelte Schulter- und Nackenpartie. Der
Kopf ist rund und zeigt ein wohlgeformtes Nasenbein. Die Ohren sind hängend und
ähneln einem Rosenblatt und sollten eine schöne Größe aufweisen. Die
leicht hervorstehenden, glänzenden Augen sind rund und ausdrucksvoll.
*Anmerkung: Durch das Gegenüberstehen der Rosetten
entstehen leichte Kämme die durch die lange Behaarung nicht ausgeprägt
sein können. * Eine einheitlich bodenlange Behaarung ist nicht
möglich, das sich viele Rosetten am Körper befinden und somit keine
Scheitelbildung wie bei: Sheltie, Coronet, Peruaner, Texel, Merino stattfindet.
* Ein Angora soll sich deutlich
von einem Peruaner unterscheiden. *Jungtiere sollen klare Rosetten zeigen * Nasen- und Schulterrosetten
fließen nicht in die Bewertung ein. Leichte Fehler:
Schwere Fehler:
Rassebeschreibung durch Herbert Janssen Deutscher
A-Preisrichter Text unterliegt dem Copyright des OMNC e.V und bedarf zur Verwendung einer schriftlichen Genehmigung. Die Quellenangabe ist unbedingt erforderlich.
Resümee: Ginger ist mit 6 Körper-Mitte-Wirbeln und 4 Hüftwirbeln die zudem alle in Symmetrie und Linie sind schon ein sehr schön bewirbeltes Angoraschweinchen und ich bin mit diesem Ergebnis schon sehr zufrieden. Sie ist übrigens eine Tochter von Mehy und Pucky. Zucht von Angorameerschweinchen Das Angorameerschweinchen ist sehr schwierig zu züchten weil:
In Rumänien gibt es seit kurzem auch eine sehr interessante Angorazucht, die aber einen anderen Rassestandard verfolgt: Das Butterflyangora. Die Rasse unterscheidet sich a) durch die Gesamtzahl der Wirbel (der rumänische Standard erfordert insgesamt 6 Körperrosetten, die ein deutlich mittiges Zentrum haben und absolut symmetrisch sein) Entscheidend sind wohl die Wirbel in der Körpermitte, einer pro Seite aber exakt symmetrisch, was bewirkt, dass das lange Fell wie zwei Schmetterlingsflügel auseinander fällt. b) es sind keine Hinterhandwirbel gewünscht Eine sehr interessante Zuchtvariante des Angorameerschweinchens, die bei dieser Züchterin zu sehen ist: Quelle: Forum der IG Angora und Mohair ein Beitrag von Andrea von Futzis Company Es gibt Peruanerzüchter, die ihre Peruanerbabys die ein oder zwei Fehlwirbel haben als Angoras verkaufen. Ganz so einfach ist das aber nicht, denn nicht jeder Peruaner, der ein oder zwei Wirbel zuviel hat, ist automatisch gleich ein Angora. Diese Tiere sind nach wie vor als Peruaner mit Fehlwirbeln zu bezeichnen. Dennoch kann ein Peruaner auch wunderbare Angoras hervorbringen weil: a) in den Vorfahren dieses Peruanerschweinchens schon einmal ein/mehrere Angora/s war/en. b) ein Elternteil ein Angorameerschweinchen ist, das seine Wirbel besonders gut vererbt. Auch ich verwende jetzt, wo meine Zucht noch in den Kinderschuhen steckt, Peruanerdamen mit oder ohne Fehlwirbel, vorzugsweise mit Angoras in der Ahnengalerie. Genetisch sind übrigens Peruaner und Angoras gleich. Deshalb eigenen sie sich meiner Meinung nach am Besten zum Einkreuzen in der Angorazucht. Dabei hatte ich schon wunderbare Angorababys. Natürlich sind alle Meerschweinchenbabys bildhübsch. Behalten können wir aber nur die Besten, die mich meinem Zuchtziel wieder ein Stück näher bringen. Durch die Einkreuzung von Peruanern ist es nicht verwunderlich, wenn man in einem Wurf sowohl Peruaner (oft FW) als auch Angoras hat. Die Wirbel erkennt man am Besten im Babyalter, wenn das Fell noch kurz ist. Oft ist schon in den ersten Tagen klar, wer bleibt und wer weiter vermittelt wird. Das Einkreuzen von Peruanern macht auch Sinn, wenn man bestimmte Farbziele verfolgt. Da es ja leider, wie schon erwähnt, kaum Ausgangstiere bei den Angoras gibt und somit auch die Farbenvielfalt sehr eingegrenzt ist. Wobei die Farbe der einzelnen Tiere bei mir bislang noch eine eher sekundäre Rolle gespielt hat. Am besten gefallen mir jedoch die Schokokombinationen, rot in verschiedenen Kombinationen und creme-weiss. Die Erbformel für die Fellstruktur: ll RhRh mm SnSn stst RxRx FzFz ChCh lulu
Weitere Informationen zur Zucht von Meerschweinchen und was man dabei beachten muss finden Sie auf der Seite Zuchtinfo seitenanfang |
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| ©Eva-M. Ganslmeier | ||||||||||||||||||||||