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Männer WG Bockhaltung bei Meerschweinchen
Leider gibt es immer wieder
Fehlinformationen und Vorurteile zur Böckchenhaltung
bei Meerschweinchen. Immer wieder wird behauptet, dass
Meerschweinchen Böcke nicht zusammen gehalten werden
können. Das ist aber so nicht ganz richtig, denn man
kann durchaus mehrere Böcke gut in einem Gehege halten,
wenn man bestimmte Regeln beachtet. Grundvoraussetzung
für ein dauerhaft friedliches Miteinander ist ein ausreichendes
Platzangebot (nicht nur bei Böckchen). Auch wenn Meerschweinchen
grundsätzlich friedliebende Tiere sind, kommt es gelegentlich
mal zu Reibereien. Da kann sich der Eine oder der Andere
doch schon auch mal eine blutige Nase holen, oder es
wird auch gerne mal in den Po gezwickt. Wenn es zu Spannungen
kommt, kann sich jeder dann in eine andere Ecke zurückziehen
und erst einmal zur Ruhe kommen. Meistens regeln sich
dann solche kleinen Streitereien von ganz alleine, spätestens
wenn es wieder was zu futtern gibt. Bei solchen Rangeleien
geht es meistens um die Rangordnung - und hier sollten
wir es tunlichst unterlassen uns einzumischen. Das müssen
die Schweinchen ganz alleine unter sich ausmachen! Meistens
sieht es schlimmer aus, als es ist. Unbedingt Ruhe bewahren!
Sollte es jedoch zu einer ernsthaften Beisserei kommen,
bei der abzusehen ist, dass es zu schwereren Bissverletzungen
kommt, weil sich die beiden Kampfschweinchen ineinander
verbissen haben und keiner will aufgeben, sollte man
mit einer Zeitung, einem Besen oder ähnlichem dazwischen
gehen um die Kamphähne erst einmal voneinander zu trennen.
Bisswunden, die sich Meerschweinchen untereinander zufügen
heilen meistens schnell und problemlos ab, man kann
die Heilung auch mit Tyrosur Gel oder ähnlichen Wundsalben
unterstützen. Auf keinen Fall mit den Händen oder Füßen
dazwischen gehen, die beiden Hitzköpfe werden in dieser
Situation nicht zwischen dem Kontrahenten und Ihren
Fingern oder Zehen unterscheiden, und was dabei rauskommen
kann, können Sie
hier
nachlesen. Am Rande sei bemerkt, dass es auch bei Weibchen
zu Zickereien und gelegentlich auch zu Beissereien kommt.
Welche Gruppenhaltung wäre empfehlenswert? Mindestens
2 Tiere, wenn man mehrere Böckchen halten möchte, wäre
eine gerade Anzahl, also z. B. 4 anzuraten, damit keiner
das 5. Rad am Wagen wird. Bei Jungböckchen ist es meines
Erachtens egal ob es Wurfgeschwister oder wurffremde
Meerschweinchen sind, da sich (wie bei uns Menschen
auch) auch Geschwister heftig streiten können, wenn
es um die Rangordnung geht und auch wurffremde Meerschweinchen
können die besten Freunde werden. Auch wenn sich Jungböckchen
momentan gut verstehen, gibt es keine Garantie dafür,
dass das so bleibt, wenn sie in die Pubertät kommen.
Es kann in Einzelfällen vorkommen, dass sich hier zwei
sehr dominante Persönlichkeiten aufeinander treffen,
von denen sich keiner unterwerfen mag weil jeder der
Chef sein will. Altböcke kann man i. d. Regel relativ
problemlos mit Jungböcken (bis ca. 12 Wochen) vergesellschaften,
da sich die Jungböcke problemlos unterordnen. Trotzdem
kann es in der Pubertät dazu kommen, dass der Jungbock
dem Alten seinen Platz streitig machen will und erst
einmal von dem Alten in die Schranken gewiesen wird.
Dabei kann er sich dann schon einmal eine blutige Nase
oder eine dicke Lippe holen. Manchmal treffen zwei sehr
dominante Persönlichkeiten aufeinander, zwei Supermachos.
Sollte man nun wirklich alle Voraussetzungen (genügend
Platz) erfüllt haben und es kommt dennoch dauerhaft
keine Ruhe in die Bockgruppe, sollte man die
Gruppenzusammenstellung ändern. Eine Kastration wird
wahrscheinlich nicht helfen. In der Regel werden Böckchen
zwar ca. 4-6 Wochen nach der
Kastration,
wenn nicht mehr so viele Hormone
produziert werden, doch etwas ruhiger und zeigen sich
dann durchaus verträglicher, aber einmal
zerstrittene Böcke werden sich auch nach einer
Kastration nicht wieder vertragen. Wenn man es bei
relativ jungen Böckchen mit einer Kastration
versuchen möchte, ist wichtig, dass der Kastrat
nach der OP nicht zu lange von seinen Artgenossen getrennt
bleibt. Wie ruhig er wird, hängt auch vom Alter ab in dem
die Kastration durchgeführt wird. Je jünger er ist,
desto ruhiger wird er meistens.
Ein ausgewachsener Bock wird sein Verhalten nicht durch die Kastration ablegen. Es wäre also eine sinnlose OP und ein unnötiges Risiko. Kastrierte erwachsene Böcke kann man zunächst durch eine Sichtgitter trennen und nach ca 4-6 Wochen auf einem größeren Raum zusammenführen. Sollte die Unverträglichkeit weiter bestehen, hat man dann die Möglichkeit, sie jeweils mit einem Mädchen zu vergesellschaften.Nur mal schnell mit einem Weibchen zusammen? Nein, davon ist absolut abzuraten. 1. So schnell klappt es nun in der Regel doch nicht, mit dem Nachwuchs. Auf eine Stunde geht da meistens noch gar nichts. Da muss das Weibchen schon zufällig gerade brünstig sein. 2. Man kann davon ausgehen, dass auch eine gute Männerfreundschaft nach so einem "Seitensprung" für immer zerstört ist. Sie werden die Böckchen nicht wieder erkennen. Gerade noch dicke Freunde - jetzt Feinde, die bis auf das Blut kämpfen. Eine Rückvergesellschaftung ist wenn überhaupt, dann nur mit viel Erfahrung und Tricks möglich. Und ohne Kampf wird es nicht abgehen. Männer beim Frühstück |
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