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Wir haben Hunger!
Was brauchen Meerschweinchen eigentlich zum Leben?




Hier sind wir bei dem Thema, bei dem oft aus Unkenntnis oder falsch verstandener Tierliebe die häufigsten Fehler gemacht werden. Die Futtermittelindustrie möchte uns mit vielen Angeboten glaubhaft machen, dass Meerschweinchen unzählige Leckerlis, Trockenfuttermischungen, Nagersteine oder Salzlecksteine brauchen um glücklich zu sein. Dabei sind viele der angebotenen Futtermittel oder Nahrungsergänzungsmittel überflüssig oder sogar sehr schädlich für die Meerschweinchen.
Eine Fehlernährung kann zu schweren Gesundheitsschädigungen führen. Viele Erkrankungen sind durch eine artgerechte Haltung und Fütterung von vorneherein vermeidbar.

Meerschweinchen sind reine Veganer, also absolute Pflanzenfresser. In ihrer Heimat, den südamerikanischen Bergwiesen, nehmen sie fast ausschließlich Gräser und leckere Kräuter zu sich. In seltenen Fällen fressen sie Samenkörner.
Deshalb ist
Heu die Hauptnahrung für unsere Meerschweinchen. Heu unterstützt durch seinen hohen Rohfaseranteil die Darmfunktion. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfdarm. Das bedeutet, dass die Darmperistaltik eines Meerschweinchens sehr schwach ist, deshalb sind die Tiere um die Darmfunktion zu gewährleisten auf ständigen Nachschub angewiesen. Sie müssen fast rund um die Uhr fressen. Ein Meerschweinchen nimmt bis zu 100 kleine Mahlzeiten am Tag zu sich. Meerschweinchen dürfen niemals hungern, da sonst die Darmfunktion gestört wird. Deshalb muss immer Heu zur Verfügung stehen.
Wir machen unser
Heu übrigens selbst, denn wir besitzen eine große Wiese mit einem reichhaltigem Pflanzenangebot. Man kann es sich aber auch preiswert bei dem einen oder anderen Bauern oder Reitstall holen . Das Heu muss von guter Qualität sein (Geruchsprobe) es darf keinesfalls verschimmelt sein, sollte vom 1. Schnitt stammen (lange, feste Halme), die Farbe muss grünlich-gelblich sein.

Ein bisschen Vorsicht ist auch beim Zufüttern von neuen Gemüsesorten geboten. Futterveränderungen sollten immer sehr langsam in kleinen Mengen vorgenommen werden, damit sich die Verdauung daran gewöhnen kann. Sonst kann es zu Blähungen und Durchfällen kommen. Auch viele Kohlsorten können Blähungen verursachen. Deshalb nur geringe Mengen verfüttern und beobachten, ob das Meerschweinchen Blähungen bekommt. (Die sind sehr stark anrüchig!) Starke Blähungen können beim Meerschweinchen tödlich sein!

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Meerschweinchen sind Nagetiere !

Das ständige Kauen von Heu nutzt auch die Zähne optimal ab, die ja pro Woche ca. 1,2-1,5 mm wachsen.
Deshalb benötigen sie zur Abnutzung ihrer Zähne neben Heu auch Zweige von Gehölzen, z. B. Apfelbaum, Birnenbaum, Haselnuss, Buche. Besonders gut scheinen die Zweige von Quittensträuchern zu schmecken. Zumindest fressen meine Schweinchen diese bevorzugt.
Auf keinen Fall Holunder verfüttern, das in den Blättern und rohen Früchten enthaltene Sambunigrin ist toxisch. Das Holz enthält ein giftiges Blausäureglycosid. Die diversen in unseren Ziergärten stehenden Sträucher sind sehr oft auch toxisch. Auch hier gilt besondere Vorsicht.


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Vitamine


Wenn Meerschweinchen wie oben beschrieben mit ausreichend abwechslungsreichem Frischfutter versorgt werden, ist eine Zusatzversorgung mit Vitaminpräparaten normalerweise nicht nötig. Wahrscheinlich schaden sie sogar mehr, als sie nutzen. Eine Ausnahme bildet das Vitamin C. Dieses können Meerschweinchen, genau wie wir Menschen, nicht selbst bilden. Da dieses Vitamin wasserlöslich ist, kann es im Körper nicht gespeichert werden und muss regelmäßig zugeführt werden. Es kann fast nicht überdosiert werden. Ein eventueller Überschuss wird durch den Urin wieder ausgeschieden. Einen besonders hohen Vitamin C Gehalt haben Paprika, Fenchel, Broccoli, Kiwi, Apfel, Hagebutte und Petersilie. Bei Erkrankungen durch die die Nahrungsaufnahme gestört ist, oder während der Trächtigkeit sollte zusätzlich 1x täglich 1 Messerspitze Ascorbinsäure mit 1 Messerspitze Traubenzucker aufgelöst in Wasser mit einer Einwegspritze direkt in die Mundhöhle des Tieres gegeben werden. Da Vitamin C sehr lichtempfindlich ist, sollte man es nicht einfach in das Trinkwasser geben, denn dann wird es wirkungslos. Alternativ kann man auch Sanddornsaft und Beeren geben.
Die Folgen von Vitaminmangel finden Sie auf der Seite: Fütterungsfehler und ihre Folgen


Nager- und Salzlecksteine gehören auf keinen Fall in den Meerschweinchenkäfig!


Die wilden Verwandten unserer Hausmeerschweinchen müssen in ihrer Heimat mit mineralstoffarmen Futter zurechtkommen. Alle Mineralstoffe werden im Darm der Meerschweinchen besonders gut resorbiert, so dass schon geringe Mengen im natürlichen Futter ausreichen. Jede Art von Überversorgung führt zu Gesundheitsschäden:


  • Skelettveränderungen
  • Organverkalkungen
  • Zahnfehlstellungen
  • Blasensteine


Ebenso sollten sehr calciumreiche Pflanzen wie Luzerne, Broccoli, Kohlrabiblätter, Petersilie und alle Kräuter nur 10% des Frischfutteranteils ausmachen.

gemüse

So sieht der von Gourmetschweinchen empfohlene Speiseplan aus:

Vorspeise:
Heu
Hauptspeise:
Heu
Dessert:
Heu


Zwischengänge: abwechslungsreiches Frischfutter

Die Futterliste gibt es auch als PDF Download

ERLAUBT
UNGEEIGNET VERBOTEN
Aubergine (nur ganz reif, keine grünen Pflanzenteile) Aprikosen (hoher Zuckergehalt, Blausäure in den Kernen) Ananas
Apfel (viel Vitamin C) Bananen (hoher Zuckergehalt) Avocado (giftig für Meerschweinchen)
Artischocke (ganze Pflanze) Birnen (hoher Zuckergehalt) Bärlauch (giftig)
Broccoli Blattspinat (Oxalsäure) Brot und Bäckereierzeugnisse
Chicoree (Zichoriensalat) Kartoffeln (zuviel Stärke) Fleisch und Fleischprodukte
Chinakohl Kirschen (Blausäure in den Kernen Getreidekörner
Erdbeeren (mit Grün) Kiwi (Fruchtsäure) Granatapfel
Fenchel Maiskolben (Stärke) Hülsenfrüchte (Bohnen,Erbsen,
Linsen)
Futterrüben (Runkelrüben) Mangold (Oxalsäure) Knoblauch (giftig)
gelbe Rüben/Möhren/Karotten Melone (Zuckeraltig) Lauch
Golliwog Nektarinen (Fruchtsäure, Blausäure in den Kernen) Mango
Gräser Pfirsiche (Fruchtsäure, Blausäure in den Kernen) Meerrettich/Kreen
Gurke Pflaumen (Fruchtsäure, Blausäure in den Kernen) Nagersteine
Kohlrabi mit Blättern/ Rucola (Senföle) Papaya
Kohl, alle Arten aber in Maßen und langsam daran gewöhnen Süßkartoffel (Zucker und Stärkehaltig) Pflanzenteile von Tomaten, Paprika, Kartoffeln
Küchenkräuter Tomate (Säure) Radieschen (zu scharf)
Kürbis (am liebsten Hokkaido) KEINE ZIERKÜRBISSE ! Weintrauben nur aus Bioanbau (Pestizid und Fungizidbelastung) Rettich (zu scharf)
Mairübe Zuckerrüben Rhabarber (hoher Oxalsäuregehalt)
Mais, grüne Pflanzenteile, nicht die Kolben Zweige von Steinobst, Holunder und Ziergehölzen Salzlecksteine
Paprika (ohne Strunk) Snacks aus dem Zoohandel
Pastinaken Steinobst (Kerne enthalten viel Blausäure)
Petersilie (grün und Wurzeln) Ziergehölze und Zimmerpflanzen (sind fast alle giftig)
Radieschenblätter Zierkürbisse (die meisten Arten sind giftig)
Rote Beete, in geringen Mengen (Oxalsäure) verfärben Urin und Kot Zitrusfrüchte
Rübstiel Zwiebeln (giftig)
Salat, alle Arten aber in Maßen, enthält viel Nitrat
Sellerie (Stangen und Knollen)
Spargel (Harntreibend, in geringen Mengen und selten geben)
Steckrübe
Topinambur
Wildkräuter
Zuccini
Zweige von Apfel-Birnen-oder Quittenbäumen

Dringende Vorsicht ist auch bei den diversen Wildpflanzen und Zierpflanzen geboten. Es gibt unzählige giftige Pflanzen. Eine Auflistung der wichtigsten Giftpflanzen finden Sie auf der Seite Giftpflanzen. Wenn sie nicht sicher sind, ob eine Pflanze giftig ist oder nicht, oder ob es sich um die aufgelistete Pflanze handelt, empfehle ich Ihnen sich hier zu informieren:

http://www.giftpflanzen.com/ Bei Giftpflanzencompendium finden sie eine fachlich fundierte fachlich fundierte
Auflistung von unglaublich vielen Giftpflanzen (mit Bildern).

getrocknete Kräuter/Wildkräuter:

Wegen des in Kräutern relativ hohen Anteils von Mineralstoffen sollte der Anteil an Kräutern im Frischfutter nicht mehr als ca. 10% der Tagesfutterration sein.

Aus dem Lehrbuch der kleinen Kräutermeersau

Obst

sollte wegen des hohen Säure und Zuckergehaltes in den meisten Obstsorten nur als Leckerei und nicht öfter als 2 x pro Woche verfüttert werden, da die Säure die Darmflora ungünstig beeinflusst.



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Mein Tipp: Unsere Schweinchen tun so ziemlich ALLES um in den Genuss von Süssdolde (Aniskerbel) zu kommen. Einmal angepflanzt wächst dieses Kraut üppig. Es schmeckt und riecht stark nach Anis und sie lieben es einfach.

suessdolde

Meersau Fressmaschine

Kraftfutter


Als Kraftfutter bezeichnet man Mischungen aus verschiedenen Getreidekörnern, Samen und Nüssen. Dieses Zusatzfutter ist sehr energiereich und führt schnell zu Übergewicht.
Erwachsene, gesunde Meerschweinchen können ihr pflanzliches Futter durch mikrobielle Zersetzung im Dickdarm sehr gut auswerten. Deshalb benötigen sie in der Regel kein zusätzliches Kraftfutter. Es hat einen sehr hohen Stärkegehalt und beeinträchtigt die Darmflora. Durch den hohen Calciumgehalt werden die Entstehung von Knochenveränderungen, Zahnfehlstellungen, Organverkalkungen und Blasensteinen begünstigt.

Ausnahmen sind Meerschweinchen die trächtig sind und Tiere die nach einer Krankheit oder Operation wieder zu Kräften kommen müssen (Rekonvaleszenz).

Die im Handel angebotenen Mischungen enthalten häufig Bestandteile, die zur Fütterung der Meerschweinchen eher nicht so geeignet sind. Es enthält oft auch getrocknetes und bunt eingefärbtes Brot, das aussieht wie getrocknete Gemüsestückchen. Dafür braucht man wirklich kein Geld auszugeben. Bei Nüssen und Ölsaaten besteht die Gefahr der Schimmelbildung und dass sie ranzig werden. Deshalb bitte nur hochwertige Ware im Lebensmittelhandel kaufen.
Meine Meeris mögen auch gar keine Nüsse. Deshalb füttere ich im Bedarfsfall nur Haferflocken. Diese kann man auch als kernige Flocken günstig als sog. Hausmarken erhalten, für ca. 0,50 Euro/Pack. Davon gibt man ca. 1-2 EL für ein erwachsenes Tier. Das ist völlig ausreichend.
Bei Meerschweinchen die ganzjährig in Außenhaltung leben, sollte man nach Konstitution und Gewicht der Tiere ab dem Spätherbst Kraftfutter in begrenzter Menge zufüttern (nicht als Hauptfutter verwenden, auch wenn der Hersteller es empfiehlt). Ich verwende derzeit abwechselnd Deukafit Pellets mit Petersilie und Ovator C, ein Pelletfutter, das sich meiner Meinung nach für Meerschweinchen zum Zufüttern eignet.


Kein Brot für Meerschweinchen


Hier finden Sie einen ausführlichen Bericht speziell zu diesem Thema



Zwangsernährung
Wenn ein Meerschweinchen nach einer Operation oder während einer Krankheit einmal nicht fressen will, so muss es
zwangsernährt werden, denn der Darm muss ständig in Bewegung bleiben, da er sonst seine Tätigkeit einstellt. Das würde für das betroffene Meerschweinchen den sicheren Tod bedeuten.


Last, but not least: Wasser


Frisches Wasser muss den Meerschweinchen immer zur Verfügung stehen. Besonders an heissen Tagen und bei Fütterung mit Kraftfutter. Sie trinken zwar meistens nicht viel, besonders wenn sie viel Frischfutter fressen, trotzdem brauchen sie es in ausreichender Menge, immer zur Verfügung, besonders wenn Pelletfutter zugefüttert wird.
Nippeltränke oder Napf?
Das Wasser in Nippeltränken verschmutzt nicht, dafür neigen bei kalkhaltigem Wasser die Kugelventile dazu zu klemmen. Außerdem halten sich in den Trinkröhrchen gerne Krankheitserreger und Schmutz. Deshalb müssen diese immer gut mit einem Bürstchen und ggf. mit Zitronensäure oder Essigessenz gereinigt werden. Bei Frost frieren die Kugelventile schnell ein und die Tiere können nicht mehr trinken.
i Trinknäpfen muss darauf geachtet werden, dass es ein kippsicheres Gefäß, am besten ein schwerer glasierter Keramiknapf, oder ein kippsicheres Edelstahlgefäß ist. Diese können gut gereinigt werden. Allerdings verschmutzt das Wasser schnell durch Einstreu und Futterreste und muss mehrmals täglich gewechselt werden. Wenn sich Kalkablagerungen bilden, müssen diese ebenfalls gründlich entfernt werden, da sich hier gerne Krankheitserreger halten.
Für welche Art der Trinkwasserversorgung Sie sich entscheiden wird den meisten Meerschweinchen ziemlich egal sein. Ich habe eine Gruppe, die trinken ihr Wasser nur aus Näpfen und beachten die Nippeltränken gar nicht. Eine andere Gruppe trinkt grundsätzlich nur aus der Nippeltränke, wenn ein Weibchen trinkt stehen die Anderen schon Schlange und wollen auch dran kommen. Vielleicht betrachten sie es als Spiel, wer weis das schon?



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Cavialand ist unser Partner. Bitte geben Sie beim einem Einkauf an, dass Sie über unsere HP dort Kunde geworden sind.
Danke!
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