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Wir haben Hunger!

Was brauchen Meerschweinchen eigentlich zum Leben?

In der Meerschweinchenernährung werden oft aus Unkenntnis oder falsch verstandener Tierliebe die häufigsten Fehler gemacht . Die Futtermittelindustrie möchte uns mit vielen Angeboten glaubhaft machen, dass Meerschweinchen unzählige Leckerlis, Trockenfuttermischungen, Nagersteine oder Salzlecksteine brauchen um glücklich zu sein. Dabei sind viele der angebotenen Futtermittel oder Nahrungsergänzungsmittel überflüssig oder sogar schädlich für die Meerschweinchen. Eine Fehlernährung kann zu schweren Gesundheitsschädigungen führen. Viele Erkrankungen sind durch eine artgerechte Haltung und Fütterung von vorneherein vermeidbar.
Meerschweinchen sind reine Veganer, also absolute Pflanzenfresser. In ihrer Heimat, den südamerikanischen Bergwiesen, nehmen sie fast ausschließlich Gräser und leckere Kräuter zu sich. In seltenen Fällen fressen sie Samenkörner.
Deshalb ist Heu die Hauptnahrung für unsere Meerschweinchen. Heu unterstützt durch seinen hohen Rohfaseranteil die Darmfunktion. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfmagen.Die Bezeichnung Stopfmagen kommt aber nicht davon, dass die Nahrung weitergestopft wird, sondern dass der Magen an sich vollgestopft wird, bis nichts mehr reinpasst. Ähnlich stopfen Hühner und Enten ihren Kropf voll, so hat man für Futterpausen genügend Nahrung und der Darm wird nicht so schnell leer. (Info von Annett Bauer, Tierheilpraktikerin)
Wir machen unser Heu übrigens selbst, denn wir besitzen eine große Wiese mit einem reichhaltigem Pflanzenangebot. Man kann es sich aber auch preiswert bei dem einen oder anderen Bauern oder Reitstall holen . Das Heu muss von guter Qualität sein (Geruchsprobe) es darf keinesfalls verschimmelt sein, sollte vom 1. Schnitt stammen (lange, feste Halme), die Farbe muss grünlich-gelblich sein.
Ein bisschen Vorsicht ist auch beim Zufüttern von neuen Gemüsesorten geboten. Futterveränderungen sollten immer sehr langsam in kleinen Mengen vorgenommen werden, damit sich die Verdauung daran gewöhnen kann. Sonst kann es zu Blähungen und Durchfällen kommen. Auch viele Kohlsorten können Blähungen verursachen. Deshalb nur geringe Mengen verfüttern und beobachten, ob das Meerschweinchen Blähungen bekommt. Starke Blähungen können beim Meerschweinchen tödlich sein!
Anmerkung: Nach der anfänglichen, langsamen Gewöhnungsphase hat sich herausgestellt, dass alle meine Meerschweinchen Kohl sehr gut vertragen, auch Weißkohl und Rotkohl. Rosenkohl mögen sie nicht, vom Blumenkohl mögen sie nur die Blätter. Seitdem bekommen meine Meerschweinchen regelmäßig Kohl, vor allem im Winter ist es ein wertvolles und vitaminreiches Gemüse.
Meerschweinchen sind Nagetiere !
Birnenbaum, Haselnuss, Buche. Besonders gut scheinen die Zweige von Quittensträuchern zu schmecken. Zumindest fressen meine Schweinchen diese bevorzugt. Auf keinen Fall Holunder verfüttern, das in den Blättern und rohen Früchten enthaltene Sambunigrin ist toxisch. Das Holz enthält ein giftiges Blausäureglycosid. Die diversen in unseren Ziergärten stehenden Sträucher sind sehr oft auch toxisch. Auch hier gilt besondere Vorsicht. Eine Übersicht über die wichtigsten Giftpflanzen finden sie hier.
Vitamine
Wenn Meerschweinchen wie oben beschrieben mit ausreichend abwechslungsreichem Frischfutter versorgt werden, ist eine Zusatzversorgung mit Vitaminpräparaten normalerweise nicht nötig. Wahrscheinlich schaden sie sogar mehr, als sie nutzen, da eine Überversorgung ebenfalls gesundheitliche Probleme verursachen kann. Eine Ausnahme bildet das Vitamin C. Dieses können Meerschweinchen, genau wie wir Menschen, nicht selbst bilden. Da dieses Vitamin wasserlöslich ist, kann es im Körper nicht gespeichert werden und muss regelmäßig zugeführt werden.
Einen besonders hohen Vitamin C Gehalt haben Paprika, Fenchel, Broccoli, Kiwi, Apfel, Hagebutte und Petersilie. Bei Erkrankungen durch die die Nahrungsaufnahme gestört ist, oder während der Trächtigkeit sollte zusätzlich 1x täglich 1 Messerspitze Ascorbinsäure mit 1 Messerspitze Traubenzucker aufgelöst in Wasser mit einer Einwegspritze direkt in die Mundhöhle des Tieres gegeben werden. Da Vitamin C sehr lichtempfindlich ist, sollte man es nicht einfach in das Trinkwasser geben, denn dann wird es schnell wirkungslos. Alternativ kann man auch Sanddornsaft und Beeren geben.
Die Folgen von Vitaminmangel finden Sie auf der Seite: Fütterungsfehler und ihre Folgen
Nager- und Salzlecksteine gehören auf keinen Fall in den Meerschweinchenkäfig!
Warum Meerschweinchen keine zusätzlichen Mineralstoffe aufnemen sollten:
Die wilden Verwandten unserer Hausmeerschweinchen müssen in ihrer Heimat mit mineralstoffarmen Futter zurechtkommen. Alle Nährstoffe werden im Darm der Meerschweinchen besonders gut resorbiert, so dass schon geringe Mengen im natürlichen Futter ausreichen. Jede Art von Überversorgung führt langfristig zu Gesundheitsschäden:
- Skelettveränderungen
- Organverkalkungen
- Zahnfehlstellungen
- Blasenschlamm
- Blasensteine
Ebenso sollten sehr calciumreiche Pflanzen wie Luzerne, Broccoli, Kohlrabiblätter, Petersilie und alle Kräuter nur 10% des Frischfutteranteils ausmachen.
So sieht der von Gourmetschweinchen empfohlene Speiseplan aus:
Vorspeise: Heu
Hauptspeise: Heu
Dessert: Heu
Zwischengänge: abwechslungsreiches Frischfutter

Quelle:www.pigs.de all rights reserved by Hengl
Die Futterliste gibt es auch als PDF Download
Erlaubt |
Ungeeignet
|
Verboten |
|
Aubergine (nur ganz reif, keine grünen Pflanzenteile) |
Aprikose (hoher Zuckergehalt) | Ananas |
| Apfel (viel Vitamin C) | Banane (hoher Zuckergehalt) | Avocado (giftig für MS) |
| Artischocke (ganze Pflanze) | Birnen (hoher Zuckergehalt) | Bärlauch |
| Broccoli | Blattspinat (Oxalsäure) | Brot und Bäckereierzeugnisse |
| Chicoree, Zichoriensalat | Kartoffeln (zuviel Stärke) | Fleisch und Fleischprodukten |
| Chinakohl | Kirschen (Blausäure in den Kernen) | Getreidekörner aller Art |
| Erdbeeren (mit Grün) | Kiwi | Granatapfel |
| Fenchel | Maiskolben (Stärke) | Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen ect.) |
| Futterrüben, Runkelrüben | Mangold (Oxalsäure) | Knoblauch |
| Gelbe Rüben/Möhren | Nektrarinen | Lauch |
| Golliwog | Rucola (Senföle) | Mango |
| Gräser und Getreide als ganze, grüne Pflanze (bis zur Milchreife) | Süßkartoffeln, Pataten (Zucker und Stärke) | Meerrettich/Kreen |
| Gurke | Tomaten | Nagersteine |
| Kohlrabi mit Blättern | Weintrauben (nur aus Bioanbau, sind stark belastet) | Papaya |
| Kohl, alle Arten, aber in Maßen nach langsamer Gewöhnungsphase | Zuckerrüben | Pflanzenteile von Tomaten, Paprika, Kartoffeln |
| Küchenkräuter | Zwetschgen | Radieschen (zu scharf) |
| Kürbis, am liebsten Hokkaido Keine Zierkürbisse! | Salzlecksteine | |
| Mairübe | Snacks aus dem Zoohandel | |
| Mais, grüne Pflanzenteile, Kolben nur bis zur Milchreife | Ziergehölze und Zimmerpflanzen | |
| Melone (mit Schale) in geringen Mengen | Zierkürbisse | |
| Paprika (ohne Strunk) | Zitrusfrüchte | |
| Pastinaken | Zwiebeln (Speise- und Blumenzwiebeln) | |
| Petersilie | ||
| Radieschenblätter | ||
| Rote Beete (in geringen Mengen, Achtung bei weissen Schweinchen ;-) ) | ||
| Rübstiel | ||
| Salat in Maßen (Nitrat) | ||
| Sellerie, Stangensellerie und Sellerieknolle | ||
| Spargel (Harntreibend, selten füttern) | ||
| Steckrübe | ||
| Topinambur | ||
| Wildkräuter | ||
| Zuccini | ||
| Zweige von Obstgehölzen, Haselnusssträuchern, Birke, ect. |
Dringende Vorsicht ist auch bei den diversen Wildpflanzen und Zierpflanzen geboten. Es gibt unzählige giftige Pflanzen. Eine Auflistung der wichtigsten Giftpflanzen finden Sie auf der Seite Giftpflanzen. Wenn sie nicht sicher sind, ob eine Pflanze giftig ist oder nicht, oder ob es sich um die aufgelistete Pflanze handelt, empfehle ich Ihnen sich hier zu informieren: Giftpflanzencompedium Bei Giftpflanzencompendium finden sie eine fachlich fundierte fachlich fundierte Auflistung von unglaublich vielen Giftpflanzen (mit Bildern).
Getrocknete Kräuter/Wildkräuter:
Wegen des in Kräutern relativ hohen Anteils von Mineralstoffen sollte der Anteil an Kräutern im Frischfutter nicht mehr als ca. 10% der Tagesfutterration sein.
Auf unserer Seite "Aus dem Lehrbuch der kleinen Kräutermeersau" finden Sie mehr Informationen.
Obst sollte wegen des hohen Säure und Zuckergehaltes nicht zu oft gefüttert werden. Obst sollte nur als Leckerei und nicht öfter als 2-3 x pro Woche verfüttert werden, da die Säure und der Zucker die Darmflora ungünstig beeinflussen.

Kraftfutter
Als Kraftfutter bezeichnet man Mischungen aus verschiedenen Getreidekörnern, Samen und Nüssen und/oder Pelletfutter, welches in sehr unterschiedlichen Zusammensetzungen angeboten wird, oft aber Getreidezusätze enthält. Die im Handel angebotenen Mischungen enthalten häufig Bestandteile, die zur Fütterung der Meerschweinchen nicht geeignet sind. Es gibt auch Futtermischungen, die auch getrocknetes und bunt eingefärbtes Brot, das aussieht wie getrocknete Gemüsestückchen, enthalten. Bei Nüssen und Ölsaaten besteht die Gefahr der Schimmelbildung und dass sie ranzig werden. Ausserdem sind Nüsse sowie Ölsaaten sehr fetthaltig und führen schnell zu Übergewicht.
Gesunde Meerschweinchen können ihr pflanzliches Futter durch mikrobielle Zersetzung im Dickdarm sehr gut auswerten. Deshalb benötigen sie in der Regel kein zusätzliches Kraftfutter, wenn sie in Innenhaltung leben. Ebenso sollten übergewichtige Tiere keinerlei Zusatzfutter bekommen.
Ausnahmen sind Meerschweinchen die trächtig sind und Tiere die nach einer Krankheit oder Operation wieder zu Kräften kommen müssen (Rekonvaleszenz) sowie Meerschweinchen die ganzjährig in Aussenhaltung leben und Päppelbabys.
Getreide, Kartoffelflocken und verschiedene Misch- und Pelletfuttersorten haben einen sehr hohen Stärkegehalt und beeinträchtigen die Darmflora negativ. Zudem sind Getreide für Meerschweinchen sehr schwer verdaulich. Einzige Ausnahme bei den Getreidearten sind Haferflocken. Sie enthalten zwar auch Stärke, sind aber für Meerschweinchen leichter verdaulich. In verschiedenen Futtermischungen und Pellets ist Melasse als Bindemittel enthalten, welche sich ebenfalls ungünstig auf die Darmflora auswirkt.
Je nach Haltungsart und Kondition sollte die Fütterung von Kraftfutter individuell für die Tiere angepasst werden. Gegen ein hochwertiges Pelletfutter mit einer ausgewogenen Zusammensetzung ist aber im Grunde nichts zu einzuwenden Die Vorteil von Pelletfutter besteht darin, dass selektives fressen verhindert wird.
Erbsenflocken und Ackerbohnenflocken sind geeignete Zusatzfuttermittel, denn sie enthalten Lysine, die von Meerschweinchen als Nährstoff benötigt werden und sie sind ein guter Energiespender. Die enthaltene Stärke ist aufgespalten, deshalb ist sie leichter verdaulich. Auch Haferflocken sind geeignet. Desweiteren eignen sich als Energiespender und Nahrungsergänzung auch geschälte Sonnenblumenkerne und Leinsamen, die wegen des Gehaltes an essentiellen Fettsäuren ebenfalls ein wertvoller Bestandteil in der Meerschweinchenernährung sind. Wegen des hohen Fettgehaltes sollten sie aber nur sehr sparsam und nur als Leckerchen verfüttert werden. 7 Kerne / Tier und Woche sind absolut ausreichend.
Wenn ein Meerschweinchen auf Grund einer Erkrankung oder Zahnfehlstellung Probleme hat die Nahrung zu kauen, kann man auch eingeweichtes Pelletfutter verfüttern. Wir verwenden Deukafit Pellets mit Petersilie und Vitamin C. Siehe auch Zwangsernährung.
Ausführliche Informationen über die Bedeutung der Rohfaser finden Sie bei Kleintiernews.
Quelle: Kleintiernews
Gute Hintergrundinformationen zu Nährstoffen gibt es bei Degupedia
Union Struktur Gold
ist eine gehaltvolle Mischung aus verschiedenen Kräutern und anderen Komponenten und wird sehr gerne gefressen. Allerdings sollte es auch nur als Beifutter eingesetzt werden. Über den Anteil zum Frischfutter scheiden sich momentan noch die Geister. Die Fütterungsempfehlung des Herstellers liegt bei 50.100 g/ Tier, was ich jedoch für zu hoch halte. Ich denke, dass der Futteranteil maximal zwischen 10 und 20 % der gesamten Tagesfutterration liegen sollte. Das wiederum sollte auch vom Gewicht der Tiere und von der Haltungsform abhängig gemacht werden.
http://www.union-mischfutter.de/content/datenblatt/Kanin_Struktur.pdf
Herstellerbeschreibung:
Mit diesen natürlichen und vor allem artgerechten Komponenten und Heilpflanzen schaffen sie beste Voraussetzungen für die lebenswichtigen Abläufe im Verdauungstrakt und im Stoffwechsel der Tiere. Das biologische Gleichgewicht der Darmflora kann so nachhaltig hergestellt und die Entwicklung krankmachender Erreger und
Keime verhindert werden.
Zusammensetzung: Luzernestengel, Johannisbrot, Hafer-, Gersten- und Maisflocken, Sellerie, Petersilie, Oregano, Thymian, Kamille, Ringelblumen, Leinkuchen, Apfelstücke, Leinöl, Apfelessig, Melasse und eine ausgewogene Mineralisierung und Vitaminierung.
Inhaltsstoffe: Rohprotein 10,0%, Rohfett 3,6%, Rohfaser 16,5%, Rohasche 5,1%, Calzium 0,8%, Phosphor 0,2%, Natrium 0,2%, Vit A 12.000 IE, Vit D3 800mg, Vit E 100mg, Kupfer 13mg
Ich habe dieses Zusatzfutter neu in meinen Fütterungsplan aufgenommen und meine Meerschweinchen lieben es. Seit 2010 verwende ich eine Mischung aus Deukafit Pellets mit Petersilie und Vitamin C und ca. 10% Struktur Gold als Zusatzfutter für trächtige und säugende Weibchen, sowie als Zusatzfutter für den Winter. Bislang erfreuen sich alle meine Meerschweinchen bester Gesundheit. Diese Aussage gibt jedoch nur meine persönliche Erfahrung wieder und hat keinerlei wissenschaftliche Grundlage.
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Snacks
Ein reichhaltiges Angebot in den Regalen lockt mit bunten Bildern, die vor allem den Menschen ansprechen sollen.Ob Loftis, Knabberstangen, Gemüseringe, Nagerbisquit, Nagerwaffeln oder was es da sonst noch alles gibt. Alle diese Dinge basieren meistens auf Getreide und enthalten meistens Melasse, Zucker und/oder Honig. Einige der angebotenen Snacks enthalten auch Milchprodukte (z. B. Joghurtdrops) und/oder Ei. Meerschweinchen sind reine Veganer und können tierisches Eiweis nicht verdauen. Diese Dinge haben nichts in der Meerschweinchenernährung zu suchen!
Investieren Sie das Geld lieber in frische Gurken oder eine Wassermelone. Das schmeckt den Meerschweinchen nicht nur viel besser, sondern ist auch viel gesünder. Auch andere Gemüsesorten wie Fenchel sind für Meerschweinchen ein wahrer Leckerbissen.
Es gibt es auch reine Kräuterpellets, ohne Melasse oder Getreidezusätze. Auch diese eignen sich in sehr geringen Mengen als Leckerli für zwischendurch und werden sehr gerne gefressen. Hier bitte ich aber zu bedenken, dass viele Kräuter höhere Konzentrationen an Calzium enthalten, welches bei zu hoher Aufnahme wieder schädlich sein kann. Deshalb bitte wirklich nur in ganz geringen Mengen geben, nur ein paar Pellets.
Warum man Meerschweinchen kein Brot füttern sollte können Sie auf dieser Seite nachlesen:
Zwangsernährung
Wenn ein Meerschweinchen nach einer Operation oder während einer Krankheit einmal nicht fressen will, so muss es zwangsernährt werden, denn der Darm muss ständig in Bewegung bleiben, da er sonst seine Tätigkeit einstellt. Das würde für das betroffene Meerschweinchen den sicheren Tod bedeuten.[ Seitenanfang ]
Last, but not least: Wasser
Frisches Wasser muss den Meerschweinchen immer zur Verfügung stehen. Besonders an heissen Tagen und bei Fütterung mit Kraftfutter. Sie trinken zwar meistens nicht viel, besonders wenn sie viel Frischfutter fressen, trotzdem brauchen sie es in ausreichender Menge, immer zur Verfügung, besonders wenn Pelletfutter zugefüttert wird.
Nippeltränke oder Napf? Das Wasser in Nippeltränken verschmutzt nicht, dafür neigen bei kalkhaltigem Wasser die Kugelventile dazu zu klemmen. Außerdem halten sich in den Trinkröhrchen gerne Krankheitserreger und Schmutz. Deshalb müssen diese immer gut mit einem Bürstchen und ggf. mit Zitronensäure oder Essigessenz gereinigt werden. Bei Frost frieren die Kugelventile schnell ein und die Tiere können nicht mehr trinken.Bei Trinknäpfen muss darauf geachtet werden, dass es ein kippsicheres Gefäß, am besten ein schwerer glasierter Keramiknapf, oder ein kippsicheres Edelstahlgefäß ist. Diese können gut gereinigt werden. Allerdings verschmutzt das Wasser schnell durch Einstreu und Futterreste und muss mehrmals täglich gewechselt werden. Wenn sich Kalkablagerungen bilden, müssen diese ebenfalls gründlich entfernt werden, da sich hier gerne Krankheitserreger halten.
Für welche Art der Trinkwasserversorgung Sie sich entscheiden wird den meisten Meerschweinchen ziemlich egal sein. Ich habe eine Gruppe, die trinken ihr Wasser nur aus Näpfen und beachten die Nippeltränken gar nicht. Eine andere Gruppe trinkt grundsätzlich nur aus der Nippeltränke, wenn ein Weibchen trinkt stehen die Anderen schon Schlange und wollen auch dran kommen. Vielleicht betrachten sie es als Spiel, wer weis das schon?
Befestigung von Nippeltränken im Eigenbau:
Die Lösung dieses Problems hat uns nun schon einige Zeit beschäftigt, die handelsüblichen Tränken sind alle mit Halterungen für Gitterkäfige ausgestattet. Andere Trinkflaschensysteme haben sich leider nicht bewährt. Und die Trinknäpfe verschmutzen mir zu schnell. Nun hatte mein Hausingeneur die zündende Idee, welche ich stolz hier präsentiere, denn das ist nun die endgültige Lösung unseres Problems:
