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Giftpflanzen

Pflanzen, die für Meerschweinchen giftig sind
Viele Meerschweinchen kommen ab dem Frühjahr in den Genuss im Garten Freilauf zu haben. Auch der Speiseplan der im Haus wohnenden Meerschweinchen kann ab dem Frühling wieder mit vielen, extrem vitaminreichen Wildpflanzen bereichert werden. Doch was ist wirklich gesund für unsere Meerschweinchen? Es gibt eine unglaublich große Zahl von giftigen Pflanzen in der heimischen Flora, aber auch in unseren Ziergärten und in unseren Wohnzimmern. Dem modernen Menschen, der da in den Städten lebt, sind wohl viele Gefahren bewusst, z. B. im Straßenverkehr, aber die Pflanzen der Natur erkennen immer weniger Leute, so dass es immer häufiger zu Vergiftungen bei Mensch und Tier kommt.
Aber wissen unsere modernen Meerschweinchen noch instinktiv was giftig für sie ist? Oder sind auch deren Instinkte schon etwas degeneriert? Ich habe beobachtet, dass sie gerne mal am Efeu knabbern, der bei uns am Gehegerand wächst und gelegentlich ein Blatt durch das Gitter wachsen lässt, oder auch am Wurmfarn. Vergiftungserscheinungen hatte aber bisher noch keines. Dennoch sind beide Pflanzen giftig. Bei der Ackerwinde jedoch weigerten sie sich beharrlich, diese zu fressen (ich wusste lange nicht, dass diese giftig ist). Auch gibt es einige Pflanzen, die in geringen Mengen verzehrt gesund sind, in größeren Mengen aber durchaus toxisch wirken, so z. B. sogar der von unseren Meerschweinchen so geliebte Löwenzahn. Genauso kann es vorkommen, dass unsere Kleinen Freunde augenscheinlich unbeschadet kleinere Mengen von bekannten Giftpflanzen wie beispielsweise Akelei oder Efeu fressen. Sollte dies einmal vorkommen, so ist das noch kein Grund zur Panik, abwarten und beobachten ob es Vergiftungserscheinungen zeigt. Natürlich gilt das nicht für extrem giftige Pflanzen, wie Digitales oder Eisenhut!
Grundsätzlich können alle dem Organismus zugeführten Stoffe oberhalb einer gewissen Dosis Schaden anrichten. Das gilt auch für unverzichtbare Substanzen wie Vitamine, Salze, Nährstoffe und Wasser. Paracelsus (1493-1541) prägte daher schon früh den auch heute noch gültigen Grundsatz:
Dosis sola venenum facit
(Paracelsus)
Allein die Menge macht das Gift
Die giftige Wirkung einer Substanz, also die Toxizität, und das das Ausmaß der Giftwirkung eines Giftes (Toxins) in Abhängigkeit von der Dosis, wird von vielen Faktoren bestimmt.
Je schneller eine Substanz in Körperflüssigkeit löslich ist, desto schneller wirkt sie toxisch. Besonderen Einfluss hat dabei auch die Einwirkung des Speichels bei oraler Aufnahme. Der Körper kann verschiedene Gifte abbauen. Deshalb ist auch die Zeit im Verlauf der Aufnahme des Giftes ein wesentlicher Faktor.
Zudem spielt die Konstitution eines Lebewesens eine wesentliche Rolle. Ausschlaggebend hierbei ist der allgemeine Gesundheitszustand, die Funktionsfähigkeit des Immunsystems, das Körpergewicht und das Alter.
Möglicherweise besteht auch eine mögliche Toleranz des Körpers durch bereits erfolgte Gaben des Giftes, wie z. B. bei Insekten die bereits Resistenzen gegen bestimmte Insektizide entwickelt haben.
In der Nanotechnologie können Substanzen wegen ihrer Größe toxisch werden, weil ihnen diese erlaubt, Körperschranken (Haut, Lunge, Blutkreislauf, Gehirn usw.) zu durchbrechen und damit verhindert wird, dass diese vorher abgebaut werden.
Eine weitere Schwierigkeit Pflanzen und ihre Toxine einzuschätzen besteht darin, dass die unterschiedlichen Pflanzenteile (Blätter, Stiele, Wurzeln, Rinde, Früchte) verschieden hohe Mengen des Giftes enthalten. Ebenso spielen der Standort und Witterungsbedingungen eine Rolle. So kann z. B. der Teeaufguss der Engelstrompete berauschend, ein Teeaufguss von einer anderen Engelstrompete in der gleichen Dosierung am nächsten Tag tödlich wirken.
Ein weiteres klassisches Beispiel ist die Eibe. Die Nadeln und das Holz enthalten das Gift Taxin. Das Fruchtfleisch der roten Beeren jedoch nicht. Allerdings ist Taxin wieder in den schwarzen Samenkernen enthalten, die jedoch zerkaut werden müssten um ihre volle Wirkung zu entfalten. So kommt es in der Regel eher selten zu schweren oder tödlich endenden Vergiftungen, die dann in der Regel aber auf die Einnahme von Eibennadeln oder deren Absud in Suizidabsicht zurückzuführen sind.
Was aber im Falle einer akuten Vergiftung tun? In jedem Fall so schnell als möglich zum Tierarzt. Bitte keine Behandlungsversuche auf eigene Faust! Die Wirkungen toxischer Substanzen lassen sich teilweise durch natürliche oder künstlich hergestellte Gegengifte aufheben oder zumindest unter die tödliche Dosis abmildern. Sowohl in der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) als auch in der Homöopathie gibt es eine Reihe von wirkungsvollen Gegenmitteln (Antidot). Diese dürfen aber nur vom Fachmann verordnet werden!
Beispiele unterschiedlicher Giftwirkung:
Gift-„Cocktails", wie sie manchmal mit Mord- oder Suizidabsicht zusammengestellt werden, sind meist „giftiger" als die Summe der Einzelsubstanzen („Potenzierung"). Dies gilt auch für die Kombination subtoxischer Mengen von Umweltgiften, die zusammen sehr wohl schädigend wirken können.
Metallisches Quecksilber ist beim Verschlucken weniger giftig als bei der Inhalation der Dämpfe.
Eine Dosis Ethanol, die im Laufe eines Abends (also subakut) in Form von Bier eingenommen und vertragen wird, kann bei akuter Zufuhr als Schnaps zu ausgeprägteren und eventuell gefährlichen Vergiftungserscheinungen führen.
Die Einnahme von 10 Litern Wasser auf einmal (destilliert oder nicht) kann für einen Erwachsenen tödlich sein. Es kommt zur Hyponatriämie (Unterversorgung mit Natrium durch osmotischen Entzug). Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine toxische Wirkung des Wassers an sich, sondern um einen schädlichen Verdünnungseffekt
Reine Sauerstoffatmosphäre ist akut schädlich und kann für Neugeborene tödlich sein.
Ein durch Krankheit vorgeschädigter Organismus reagiert empfindlicher auf Gifte als der eines Gesunden.
Eine Dosis Digitoxin, die bei einem Erwachsenen therapeutisch wirkt, kann für ein Kind oder einen älteren Menschen tödlich sein.
Alkohol ist für Menschen mit verminderter oder veränderter Alkoholdehydrogenase in wesentlich geringerer Dosis tödlich. Das Theobromin der Schokolade (bzw. des Kakao) ist für den Haushund ziemlich giftig
Wiederholte Giftzufuhr führt bei vielen Substanzen zur Toleranzentwicklung. So gab es früher Arsenikesser, die zum Teil das Mehrfache einer gewöhnlich akut tödlichen Dosis von Arsenik (As2O3) ohne (akute) Beeinträchtigung zu sich nahmen um sich gegen Giftanschläge zu schützen. Ein näherliegendes Beispiel ist Heroin (ein Opioid), gegen das der Mensch eine ausgeprägte Toleranz entwickelt.
Weißer Germer, eine für die meisten Säugetiere hochgiftige Pflanze, wird von Rothirschen in der Brunft verzehrt.
Vergiftungen mit Schlafmitteln führen zum Teil über Störungen der Temperaturregulation mit Auskühlen des Organismus zum Tod. Wenn der Auskühlung entgegengewirkt wird (Bettdecke, Heizung), wird eine Überdosis unter Umständen vertragen, die im Freien tödlich gewesen wäre.
Quelle: Wikipedia
Wild und Gartenpflanzen
Eine Auflistung der wichtigsten Giftpflanzen in unserer heimischen Flora und in unseren Ziergärten. Die Angaben in dieser Liste wurden sorgfältig recherchiert, dennoch erhebt sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist davon auszugehen, dass bei den aufgelisteten Pflanzen alle Pflanzenteile mehr oder weniger giftig sind, etliche tödlich!

Ackerveilchen
Ackerwinde( Convolvolus arvensis)
Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
Adonisröschen (Adonis spec.)
Aralie (Aralia spec.)
Aronstab (Arum maculatum)
Auberginenpflanzen (alle grünen Teile)
Avokado
Bärenklau, Riesen- (Heracleum mantegazzianum)
Bärlauch (Allium ursinum)
Begonie, Schiefblatt (Begonia spec.)
Belladonnalilie (Amaryllis belladonna)
Berberitze, Sauerdorn (Berberis spec.)
Berglorbeer (Kalmia spec.)
Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Bingelkraut (Mercurialis perennis)
Blauregen (Wisteria sinensis)
Bocksdorn (Lycium barbarum)
Bohnen, Garten- (Phaseolus vulgaris)
Bucheckern (Fagus sylvatica)
Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)
Christrose (Helleborus niger)
Clematis (Clematis spec.)
Efeu (Hedera helix)
Eibe (Taxus baccata)
Eisenhut (Aconitum spec.)
Engelstrompete (Brugmansia spec.)
Essigbaum (Rhus typhina)
Farne aller Arten
Fingerhut (Digitalis purpurea)
Geißblatt (Lonicera spec.)
Geranie (Pelargonium)
Giftsumach (Toxicodendron quercifolium)

Ginster, Besen- (Cytisus scoparius)
Glycinie (Wisteria sinensis)
Goldregen (Laburnum anagyroides)
Gundelrebe (Glechoma hederacea)
Gundermann (Glechoma hederacea)
Hahnenfuß, (Ranunculus spec.)
Heckenkirsche, Rote (Lonicera xylosteum)
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)
Holunder (Sambucus niger)
Hortensie (Hydrangea spec.)
Hundspetersilie (Aethusa cynapium)
Hyazinthe (Hyacinthus officinalis)
Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Kalmia (Kalmia spec.)
Kartoffel (Solanum tuberosum) (alle grünen Teile und Triebe)
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)
Knoblauch
Krokus (Crocus spec.)
Kronwicke, Bunte
(Securigera varia, Coronilla varia)
Lebensbaum (Thuja spec.)
Lein (Linum usitatissimum)
Liguster (Ligustrum vulgare)
Lorbeerrose (Kalmia spec.)
Lupine (Lupinus spec.)
Magnolie (Magnolia spec.)
Mahonie (Mahonia aquifolium)
Maiglöckchen Covallaria majalis)
Mistel (Viscum album)
Nachtschatten (Solanum nigrum, Solanum dulcamara)

Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)
Nieswurz (Helleborus spec.)
Oleander (Nerium oleander)
Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus)
Paprikapflanzen (alle grünen Teile)
Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
Pfingstrose (Paeonia officinalis)
Rhododendron (Rhododendron spec.)
Rittersporn (Delphinium spec., Consolida spec.)
Rizinus (Ricinus communis)
Robinie (Robina pseudoacacia)
Sadebaum (Juniperus sabina)
Sauerklee (Oxalis acetosella)
Schierling (Conium maculatum)
Schmetterlingsflieder,Sommerflieder (Buddleja)

Schnurbaum, Japanischer (Sophora japonica)
Schneebeere (Symphoricarpos albus)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Schöllkraut (Chelidonium majus)
Schwertlilie (Iris spec.)
Seidelbast (Daphne mezereum)
Stechapfel (Datura stramonium)
Stechpalme (Ilex aquifolium)
Steinklee, Echter (Melilotis officinalis)
Stink-Wacholder (Juniperus sabina)
Sumpf-Dotterblume (Calla palustris)
Tabak (Nicotiana tabacum)
Tollkirsche (Atropa belladonna)
Tollkraut, Glockenbilsenkraut (Scopolia carniolica)
Tomatenpflanzen (alle grünen Teile)
Tulpe (Tulipa gesneriana)
Wacholder (Juniperus communis)
Waldrebe (Clematis spec.)
Wandelröschen (Lantana camara)
Wasserschierling (Cicuta virosa)
Windröschen, Gelbes und andere (Anemone ranunculoides)
Wolfsmilch (Euphorbia spec.)
Wurmfarn (Dryopteris filix-mas)
Zwiebeln
Zwiebelgewächse
Zimmerpflanzen
Alpenveilchen (Cyclamen spec.)
Amaryllis (Hippeastrum spec.)
Aronkelch (Zantedeschia aethiopica)
Azalee (Rhododendron simsii)
Baumfreund (Philodendron spec.)
Begonie, Schiefblatt (Begonia spec.)
Belladonnalilie (Amaryllis belladonna)

Bogenhanf (Sansevieria trifasciata)
Buntwurz (Caladium bicolor)
Christusdorn (Euphorbia milii)
Dieffenbachie (Dieffenbachia senguine)
Efeutute (Scindapsus spec.)
Einblatt (Spathiphyllum floribundum)
Fensterblatt (Monstera deliciosa)
Flamingoblume (Anthurium spec.)
Kaladie (Caladium bicolor)
Kolbenfaden (Aglaeonema commutatum)
Korallenbäumchen (Solanum pseudocapsicum)
Kroton (Codiaeum variegatum)
Madagaskar-Immergrün (Catharanthus roseus)
Palmlilie (Yucca elephantipes)
Philodendron (Philodendron spec.)
Prachtlilie (Gloriosa superba)
Purpurtute (Syngonium podophyllum)
Ritterstern (Hippeastrum spec.)
Sansevierie (Sansevieria trifasciata)
Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)
Wüstenrose (Adenium obesum)
Wunderstrauch (Codiaeum variegatum)
Yucca (Yucca spec.)
Zimmerkalla (Zantedeschia aethiopica)
Als weiterführende Informationsquelle empfehle ich Ihnen das Giftpflanzencompendium. Dort findet man eine unglaublich große Anzahl von Giftpflanzen mit Beschreibungen, Bildern und deren toxischer Wirkung. Besser geht es wohl kaum.
Aber natürlich gibt es auch eine Fülle von leckeren und gesundheitsfördernden Pflanzen und Kräutern in unseren Gärten und in der freien Natur. Diese finden Sie auf meiner Seite Kräuterkunde für Meerschweinchen.