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Wir haben Hunger

Was brauchen Meerschweinchen eigentlich zum Leben?

Grundsätzliches:

gemueseschweinchen landshuter moppelbande
In der Meerschweinchenernährung werden oft aus Unkenntnis oder falsch verstandener Tierliebe die häufigsten Fehler gemacht.  Die Futtermittelindustrie möchte uns mit vielen Angeboten glaubhaft machen, dass Meerschweinchen unzählige Leckerlis, Trockenfuttermischungen, Nagersteine oder Salzlecksteine brauchen um glücklich zu sein. Dabei sind viele der angebotenen Futtermittel oder Nahrungsergänzungsmittel überflüssig oder sogar schädlich für die Meerschweinchen. Eine Fehlernährung kann zu schweren Gesundheitsschädigungen führen. Viele Erkrankungen sind durch eine artgerechte Haltung und Fütterung von vorneherein vermeidbar.

Meerschweinchen sind reine Herbivoren, also absolute Pflanzenfresser. In ihrer Heimat, den südamerikanischen Bergwiesen, nehmen sie fast ausschließlich Gräser und leckere Kräuter zu sich. Die darin enthaltenen Samenkörner sorgen für zusätzliche Nährstoffe.
Deshalb ist Heu und leckeres Wiesengras mit Kräutern die ideale Hauptnahrung für unsere Meerschweinchen. Heu unterstützt durch seinen hohen Rohfaseranteil die Darmfunktion. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfmagen.Die Bezeichnung Stopfmagen kommt aber nicht davon, dass die Nahrung weitergestopft wird, sondern dass der Magen an sich vollgestopft wird, bis nichts mehr reinpasst. Ähnlich stopfen Hühner und Enten ihren Kropf voll, so hat man für Futterpausen genügend Nahrung und der Darm wird nicht so schnell leer. (Info von Annett Bauer, Tierheilpraktikerin und Meerschweinchenzüchterin)

 
Deshalb sind die Tiere, um die Darmfunktion zu gewährleisten, auf ständigen Nachschub angewiesen. Sie müssen fast rund um die Uhr fressen. Ein Meerschweinchen nimmt bis zu 100 kleine Mahlzeiten am Tag zu sich. Meerschweinchen dürfen niemals hungern, da sonst die Darmfunktion gestört wird. Deshalb muss immer Heu zur Verfügung stehen.
Wir machen unser Heu teilweise selbst, denn wir besitzen eine große Wiese mit einem reichhaltigem Pflanzenangebot. Leider reicht uns die selbstgeerntete Heumenge nicht ganz aus, deshalb müssen auch wir zukaufen.  Das Heu muss von guter Qualität sein (Geruchsprobe) es darf keinesfalls verschimmelt sein, sollte vom 1. Schnitt stammen (lange, feste Halme), die Farbe muss grünlich-gelblich sein.

Ein bisschen Vorsicht ist auch beim Zufüttern von neuen Gemüsesorten geboten. Futterveränderungen sollten immer sehr langsam und in kleinen Mengen vorgenommen werden, damit sich die Verdauung daran gewöhnen kann. Sonst kann es zu Blähungen und Durchfällen kommen. Auch viele Kohlsorten können Blähungen verursachen. Deshalb anfangs nur geringe Mengen verfüttern und beobachten, ob das Meerschweinchen Blähungen bekommt. Starke Blähungen können bei Meerschweinchen tödlich sein! 
Nach der anfänglichen, langsamen Gewöhnungsphase hat sich herausgestellt, dass alle meine Meerschweinchen Kohl sehr gut vertragen, auch Weißkohl und Rotkohl. Rosenkohl mögen sie nicht, vom Blumenkohl mögen sie nur die Blätter.  Seitdem bekommen meine Meerschweinchen regelmäßig Kohl, vor allem im Winter ist es ein wertvolles und vitaminreiches Gemüse.
 

Nagematerial

 Meerschweinchen sind Nagetiere !

Das ständige Kauen von Heu nutzt auch die Zähne optimal ab, die pro Woche ca. 1,2-1,5 mm wachsen. Sie benötigen zur Abnutzung ihrer Zähne neben Heu auch Zweige von Gehölzen, z. B. Apfelbaum, Birnenbaum, Haselnuss, Buche. Besonders gut scheinen die Zweige von Quittensträuchern zu schmecken. Zumindest fressen meine Schweinchen diese bevorzugt.

Auf keinen Fall Holunder verfüttern, das in den Blättern und rohen Früchten enthaltene Sambunigrin ist toxisch. Das Holz enthält ein giftiges Blausäureglycosid. Die diversen in unseren Ziergärten stehenden Sträucher sind sehr oft auch toxisch. Auch hier gilt besondere Vorsicht.

 

Vitamine/Mineralien

petersilie landshuter moppelbandeWenn Meerschweinchen wie bereits beschrieben mit ausreichend abwechslungsreichem Frischfutter versorgt werden, ist eine Zusatzversorgung mit Vitaminpräparaten normalerweise nicht nötig. Wahrscheinlich schaden sie sogar mehr, als sie nutzen, da eine Überversorgung ebenfalls gesundheitliche Probleme verursachen kann. Eine Ausnahme bildet das Vitamin C.

Dieses können Meerschweinchen, genau wie wir Menschen, nicht selbst bilden. Da dieses Vitamin wasserlöslich ist, kann es im Körper nicht gespeichert werden und muss regelmäßig zugeführt werden.
Da Vitamin C sehr lichtempfindlich ist, sollte man es nicht einfach in das Trinkwasser geben, denn dann wird es schnell wirkungslos. Alternativ kann man auch Sanddornsaft und Beeren geben.

 

Vitamin A

ist fettlöslich und wird vom Körper für die Zellteilung und für den Sehvorgang des Auges benötigt. Es wird in der Leber gespeichert und kann bei Überdosierung Schäden an der Leber sowie an Föten verursachen.

Enthalten in: Möhren, Gurken, Löwenzahn, Petersilie, Rote Beete, sowie Grün- und Fertigfutter

Mangelerscheinung: Bewegungsunlust, Krämpfe, Lähmungen, Atemnot, Hauterkrankungen (z.B. Ballenentzündungen), Wachstumsstörungen, Augenerkrankungen 

Vitamin B Komplex

Diese Vitamine werden mit Hilfe von Darmbakterien im Blinddarm produziert. Dies ist mit ein Grund, warum Meerschweinchen ihren eigenen Kot, den sog. Blinddarmkot fressen. Dies ist ein für die Meerschweinchen lebenswichtiges Verhalten, welches man keinesfalls verhindern darf. Sollte die Nährstoffaufnahme im Darm z. B. durch eine gestörte Darmflora (nach oraler Antibiotikagabe oder durch falsche Ernährung (z. B. Brot ) gestört sein, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Enthalten in: Möhren, Löwenzahn, Rote Beete, Weizenkeimen sowie Grün- und Fertigfutter.

Mangelerscheinung: Darmerkrankungen, Blutarmut, Haarausfall, Krämpfe, Lähmungen, Wachstumsstörungen, Abmagerung, Linsentrübung, Hautentzündungen

Vitamin C:

Kann als einziges Vitamin nicht von den Meerschweinchen selbst gebildet werden und muss über eine ausgewogene Frischfutterernährung regelmäßig zugeführt werden.

Enthalten in: vielen Frischgemüsen und Kräutern wie Petersilie, Gemüsepaprika, Äpfel, Löwenzahn, Kiwis, Zitrusfrüchten, Grün- und Fertigfutter. In Krankheitsfällen, bei Trächtigkeit und säugenden Tieren kann eine zusätzliche Gabe von Ascorbinsäure von Nutzen sein.

Eine mögliche Überdosierung von Vitamin C ist umstritten, an dieser Stelle ein Zitat von Dr. Wenzel, Tierarzt (www.fraumeier.org)

 
Vitamin C

Meerschweinchen können, so wie auch der Mensch, Vitamin C nicht selbst herstellen. Erwachsene Tiere benötigen 10-15 mg Vitamin C am Tag, trächtige Sauen brauchen die doppelte Menge. Grüne Pflanzen enthalten reichlich Vitamin C. Karotte, Sellerie, Rote Beete, Petersilie und Paprika sind gute Vitamin C- Quellen. Tragenden Tieren, oder wenn das Grundfutter nicht genug Vitamin C enthält, kann man Ascorbinsäure als Zusatz in das Trinkwasser geben.

Vitamin C ist in den letzten Jahren dadurch in die Schlagzeilen geraten, dass sich die diesem Stoff nachgesagte heilende Wirkung bei Erkältungen, Grippe, Hepatitis und sogar gegen Krebs als falsch erwiesen hat. Überdosierungen von Vitamin C können Gicht fördern, Osteoporose, Harn- und Nierensteine und sogar tödliche Herzmuskelschäden verursachen.

Diese Erkenntnisse stammen zwar vom Menschen, ob sie direkt auf Schweinchen übertragen werden dürfen ist fraglich, bemerkenswert ist immerhin, dass hier einmal der Mensch als Versuchskaninchen (guinea pig) für Meerschweinchen gedient haben könnte

 

Mangelerscheinung: Schwächung des Immunsystems, Erkältungen, innere Blutungen, Zahnfleischentzündungen (Skorbut), Zahnlockerungen

 Die besten Vitamin C Quellen für unsere Meerschweinchen:
Vitamin-C-Gehalt in Obst- und Gemüsesorten je 100 g (nach absteigendem Vitamin-C-Gehalt geordnet)
Bei den Angaben handelt es sich um Mittelwerte, die je nach Sorte oder Lagerung schwanken können.
Apfel 12-20 mg
Hagebutte 1250 mg
Sandornbeere 450 mg
Schwarze Johannisbeere 177 mg
Paprika 120 mg
Broccoli 115 mg
Rosenkohl 112 mg
Grünkohl 105 mg
Löwenzahn 18 mg
Erdbeere 62 mg
Rotkohl 50 mg
Weißkohl 47 mg
Petersilie 150 mg
Kiwi 46 mg
Quelle: Wikipedia  

Vitamin D:

Ist wie Vitamin K fettlöslich und kann nicht einfach wieder ausgeschieden werden. Bei unkontrollierter und meistens überflüssiger Gabe von Vitaminpräparaten leicht zu einer Überdosierung kommen.

  1. D spielt eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Calcium-Spiegels im Blut und beim Knochenaufbau. Für den Vitamin D Stoffwechsel wird UV-Licht, also natürliches Tageslicht benötigt.

Enthalten in: Möhren, Heu, Brennnesseln, Grün- und Fertigfutter

Mangelerscheinung: Rachitis (kommt selten vor), Jungtiersterblichkeit, Gefahr bei Überdosierung: Knochenentkalkung

Vitamin E:

Ist Bestandteil aller Membranen tierischer Zellen. Es trägt den Beinamen Fruchtbarkeitsvitamin. Es ist ein Antioxidans und „fängt“ freie Radikale.

Enthalten in: Möhren, Weizen, Grün- und Fertigfutter

Mangelerscheinung: Wachstumsstörungen, Unfruchtbarkeit, Absterben von Jungtieren im Mutterleib, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Entzündungen

Vitamin H:

Ist maßgeblich am Fett-, Kohlehydrat und Eiweißstoffwechsel beteiligt.

enthalten in: Grün- und Fertigfutter allgemein, Hefe

Mangelerscheinung: Infektionsanfälligkeit, Wachstumsstörungen, Hautentzündungen (z.B. Ballenentzündungen), Haarverlust

Vitamin K:

Ist wichtig für die Blutgerinnung und Aktivierung von Osteocalzin (ein Knochenprotein). K-Vitamine gehören ebenfalls zu den fettlöslichen Vitaminen. Sie werden wie die B-Vitamine mit Hilfe von Mikroorganismen im Blinddarm gebildet.

Enthalten in: Möhren, Mais, Grün- und Fertigfutter

Mangelerscheinung: Blutungen in Schleimhäuten (Nasenbluten)

Folsäure:

Wird im Körper gebildet und ist ein essentielles Vitamin.

Enthalten in: Heu, Grün- und Fertigfutter

Mangelerscheinung: Wachstumsstörungen, Blutarmut, Fehlbildungen bei Föten

Quelle: Wikipedia

  • Nager- und Salzlecksteine gehören auf keinen Fall in den Meerschweinchenkäfig!
    Warum Meerschweinchen keine zusätzlichen Mineralstoffe aufnemen sollten:
    Die wilden Verwandten unserer Hausmeerschweinchen müssen in ihrer Heimat mit mineralstoffarmen Futter zurechtkommen. Alle Nährstoffe werden im Darm der Meerschweinchen besonders gut resorbiert, so dass schon geringe Mengen im natürlichen Futter ausreichen. Jede Art von Überversorgung führt langfristig zu Gesundheitsschäden:
    Skelettveränderungen
    • Organverkalkungen
    • Zahnfehlstellungen
    • Blasenschlamm
    • Blasensteine

Ebenso sollten sehr calciumreiche Pflanzen wie Luzerne, Broccoli, Kohlrabiblätter, Petersilie und alle Kräuter nur 10% des Frischfutteranteils ausmachen.


Futterliste


So sieht der von Gourmetschweinchen empfohlene Speiseplan aus:

Vorspeise: Heu
Hauptspeise: Heu
Dessert: Heu

Zwischengänge: abwechslungsreiches Frischfutter

gemuese landshuter moppelbande

Quelle:www.pigs.de all rights reserved by Hengl

 

Frischfutter

Welche Menge Frischfutter benötigt ein durchschnittliches Meerschweinchen eigentlich? Wenn man unseren kleinen Fressmaschinen uneingeschränkte Mengen an Frischfutter zur Verfügung stellt, kann es bei dem einen oder anderen kleinen Nimmersatt passieren, dass es einfach zu viel frisst und dadurch Verdauungsbeschwerden bekommt. Insbesondere dann, wenn es die angebotene Kost nicht gewöhnt ist. Deshalb sollte man jedes neue Futter immer nur ganz langsam anfüttern. Auf der Futterliste habe die wichtigsten Frischfuttersorten nach ihrer Eignung als Futter aufgelisten. Die Menge richtet sich natürlich auch nach der Größe des Meerschweinchens. Während Heu stets ad libitum, also zur freien Verfügung angeboten werden sollte, darf Frischfutter nicht unbegrenzt anbieten. Zur empfohlenen Menge habe ich in dem Buch "Fütterungsprobleme bei Kaninchen und Meerschweinchen" von  Nadine Paßlack und Jürgen Zentek folgende Empfehlung als Fütterungsbespiel gefunden:

Die Tabelle enthält Rationsvorschläge für Meerschweinchen mit einer Körpermasse (KM) von 0,7, 1,5 und 2,0 kg. Futtermengen jeweils in g/Tag.

 

 

0,7 kg KM
1,5 kg KM
2,0 kg KM
Gras
 -  15 75
Löwenzahn
 10  15 20
Möhre
 15  20 30
Apfel
 12  20 25
Banane
 -  10 15
Gurke
 15  20  20
Kraftfutter
8 20 25

Quelle: Fütterungsprobleme bei Kaninchen und Meerschweinchen v. Nadine Paßlack, Jürgen Zentek

 

Es ist zwar für uns nicht nachvollziehbar, warum ein Meerschweinchen mit 0,7 kg kein Gras bekommen sollte, aber dafür findet man in dem Artikel auch keine nähere Begründung. Unsere Moppelbande bekommt trotzdem nach wie vor Gras. Aber so steht es in diesem Buch nunmal geschrieben. Natürlich kann die Zusammensetzung variiert werden, die Liste stellt nur ein Beispiel zur Orientierung für eine ausgewogene Frischfutterzusammenstellung dar.

So sieht ein Beispiel für die empfohlenen Futtermenge für ein durchschnittliches Meerschweinchen von 0,7-1kg aus

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Alles meins? Fienchen findet es toll!

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Das ist die empfohlene mindestmenge von Heu/Tag/Meerschweinchen: 35-40g
jedoch sollte Heu immer ad Libitum zur Verfügung stehen.

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Die Futterliste gibt es auch als PDF Download

Erlaubt

Ungeeignet
nur in kleinen Mengen füttern

Verboten

Aubergine (nur ganz reif, keine grünen Pflanzenteile) Aprikose (hoher Zuckergehalt) Ananas
Apfel (viel Vitamin C) Banane (hoher Zuckergehalt) Avocado (giftig für MS)
Artischocke (ganze Pflanze) Birnen (hoher Zuckergehalt) Bärlauch
Broccoli Blattspinat (Oxalsäure) Brot und Bäckereierzeugnisse
Chicoree, Zichoriensalat Kartoffeln (zuviel Stärke) Fleisch und Fleischprodukten
Chinakohl Kirschen (Blausäure in den Kernen) Getreidekörner aller Art
Erdbeeren (mit Grün) Kiwi Granatapfel
Fenchel Maiskolben (Stärke) Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen ect.)
Futterrüben, Runkelrüben Mangold (Oxalsäure) Knoblauch
Gelbe Rüben/Möhren Nektrarinen Lauch
Golliwog Rucola (Senföle) Mango
Gräser und Getreide als ganze, grüne Pflanze (bis zur Milchreife) Süßkartoffeln, Pataten (Zucker und Stärke) Meerrettich/Kreen
Gurke Tomaten Nagersteine
Kohlrabi mit Blättern Weintrauben (nur aus Bioanbau, sind stark belastet) Papaya
Kohl, alle Arten, aber in Maßen nach langsamer Gewöhnungsphase Zuckerrüben grüne Pflanzenteile und Blüten von Tomaten, Paprika (Strunk), Kartoffeln
Küchenkräuter Zwetschgen Radieschen (zu scharf)
Kürbis, am liebsten Hokkaido Keine Zierkürbisse!   Salzlecksteine
Mairübe   Snacks aus dem Zoohandel
Mais, grüne Pflanzenteile, Kolben nur bis zur Milchreife   Ziergehölze und Zimmerpflanzen
Melone (mit Schale) in geringen Mengen   Zierkürbisse
Paprika (ohne Strunk)   Zitrusfrüchte
Pastinaken   Zwiebeln (Speise- und Blumenzwiebeln)
Petersilie    
Radieschenblätter    
Rote Beete (in geringen Mengen, Achtung bei weissen Schweinchen ;-)  )    
Rübstiel    
Salat in Maßen (Nitrat)    
Sellerie, Stangensellerie und Sellerieknolle    
Spargel (Harntreibend, selten füttern)    
Steckrübe    
Topinambur    
Wildkräuter    
Zuccini    
Zweige von Obstgehölzen, Haselnusssträuchern, Birke, ect.    

Dringende Vorsicht ist auch bei den diversen Wildpflanzen und Zierpflanzen geboten. Es gibt unzählige giftige Pflanzen. Eine Auflistung der wichtigsten Giftpflanzen finden Sie auf der Seite Giftpflanzen. Wenn sie nicht sicher sind, ob eine Pflanze giftig ist oder nicht, oder ob es sich um die aufgelistete Pflanze handelt, empfehle ich Ihnen sich hier zu informieren: Giftpflanzencompedium Bei Giftpflanzencompendium finden sie eine fachlich fundierte fachlich fundierte Auflistung von unglaublich vielen Giftpflanzen (mit Bildern).

Getrocknete Kräuter/Wildkräuter:

Wegen des in Kräutern relativ hohen Anteils von Mineralstoffen sollte der Anteil an Kräutern im Frischfutter nicht mehr als ca. 10% der Tagesfutterration sein.

Auf unserer Seite "Aus dem Lehrbuch der kleinen Kräutermeersau"finden Sie mehr Informationen.

Obst sollte wegen des hohen Säure und Zuckergehaltes nicht zu oft gefüttert werden. Obst sollte nur als Leckerei und nicht öfter als 2-3 x pro Woche verfüttert werden, da die Säure und der Zucker die Darmflora ungünstig beeinflussen.

Mein Tipp: Unsere Schweinchen tun so ziemlich ALLES um in den Genuss von Süssdolde (Aniskerbel) zu kommen. Einmal angepflanzt wächst dieses Kraut üppig. Es schmeckt und riecht stark nach Anis und sie lieben es einfach.
 

Kraftfutter

Kraftfutter

Als Kraftfutter bezeichnet man Mischungen aus verschiedenen Getreidekörnern, Samen und Nüssen und/oder Pelletfutter, welches in sehr unterschiedlichen Zusammensetzungen angeboten wird, oft aber Getreidezusätze enthält. Die im Handel angebotenen Mischungen enthalten häufig Bestandteile, die zur Fütterung der Meerschweinchen nicht geeignet sind. Es gibt auch Futtermischungen, die auch getrocknetes und bunt eingefärbtes Brot, das aussieht wie getrocknete Gemüsestückchen, enthalten. Bei Nüssen und Ölsaaten besteht die Gefahr der Schimmelbildung und dass sie ranzig werden. Ausserdem sind Nüsse sowie Ölsaaten sehr fetthaltig und führen schnell zu Übergewicht.

Gesunde Meerschweinchen können ihr pflanzliches Futter durch mikrobielle Zersetzung im Dickdarm sehr gut auswerten. Deshalb benötigen sie in der Regel kein zusätzliches Kraftfutter, wenn sie in Innenhaltung leben. Ebenso sollten übergewichtige Tiere keinerlei Zusatzfutter bekommen.

Ausnahmen sind Meerschweinchen die trächtig sind und Tiere die nach einer Krankheit oder Operation wieder zu Kräften kommen müssen (Rekonvaleszenz) sowie Meerschweinchen die ganzjährig in Aussenhaltung leben und Päppelbabys.

Getreide, Kartoffelflocken und verschiedene Misch- und Pelletfuttersorten haben einen sehr hohen Stärkegehalt und beeinträchtigen die Darmflora negativ. Zudem sind Getreide für Meerschweinchen sehr schwer verdaulich. Einzige Ausnahme bei den Getreidearten sind Haferflocken. Sie enthalten zwar auch Stärke, sind aber für Meerschweinchen leichter verdaulich. In verschiedenen Futtermischungen und Pellets ist Melasse als Bindemittel enthalten, welche sich ebenfalls ungünstig auf die Darmflora auswirkt.

Je nach Haltungsart und Kondition sollte die Fütterung von Kraftfutter individuell für die Tiere angepasst werden. Gegen ein hochwertiges Pelletfutter mit einer ausgewogenen Zusammensetzung ist aber im Grunde nichts zu einzuwenden Die Vorteil von Pelletfutter besteht darin, dass selektives fressen verhindert wird.
Erbsenflocken und Ackerbohnenflocken sind  geeignete Zusatzfuttermittel, denn sie enthalten Lysine, die von Meerschweinchen als Nährstoff benötigt werden und sie sind ein guter Energiespender. Die enthaltene Stärke ist aufgespalten, deshalb ist sie leichter verdaulich. Auch Haferflocken sind geeignet. Desweiteren eignen sich als Energiespender und Nahrungsergänzung auch geschälte Sonnenblumenkerne und Leinsamen, die wegen des Gehaltes an essentiellen Fettsäuren ebenfalls ein wertvoller Bestandteil in der Meerschweinchenernährung sind. Wegen des hohen Fettgehaltes sollten sie aber nur sehr sparsam und nur als Leckerchen verfüttert werden. 7 Kerne / Tier und Woche sind absolut ausreichend.

Wenn ein Meerschweinchen auf Grund einer Erkrankung oder Zahnfehlstellung Probleme hat die Nahrung zu kauen, kann man auch eingeweichtes Pelletfutter verfüttern. Wir verwenden Deukafit Pellets mit Petersilie und Vitamin C. Siehe auch Zwangsernährung.

Ausführliche Informationen über die Bedeutung der Rohfaser finden Sie bei Kleintiernews.

Quelle: Kleintiernews

Gute Hintergrundinformationen zu Nährstoffen gibt es bei  Degupedia


Giftpflanzen

Pflanzen, die für Meerschweinchen giftig sind
 

Viele Meerschweinchen kommen ab dem Frühjahr in den Genuss im Garten Freilauf zu haben. Auch der Speiseplan der im Haus wohnenden Meerschweinchen kann ab dem Frühling wieder mit vielen, extrem weihnachtssternvitaminreichen Wildpflanzen bereichert werden. Doch was ist wirklich gesund für unsere Meerschweinchen? Es gibt eine unglaublich große Zahl von giftigen Pflanzen in der heimischen Flora, aber auch in unseren Ziergärten und in unseren Wohnzimmern. Dem modernen Menschen, der da in den Städten lebt, sind wohl viele Gefahren bewusst, z. B. im Straßenverkehr, aber die Pflanzen der Natur erkennen immer weniger Leute, so dass es immer häufiger zu Vergiftungen bei Mensch und Tier kommt. 
Aber wissen unsere modernen Meerschweinchen noch instinktiv was giftig für sie ist? Oder sind auch deren Instinkte schon etwas degeneriert? Ich habe beobachtet, dass sie gerne mal am Efeu knabbern, der bei uns am Gehegerand wächst und gelegentlich ein Blatt durch das Gitter wachsen lässt, oder auch am Wurmfarn. Vergiftungserscheinungen hatte aber bisher noch keines. Dennoch sind beide Pflanzen giftig. Bei der Ackerwinde jedoch weigerten sie sich beharrlich, diese zu fressen (ich wusste lange nicht, dass diese giftig ist). Auch gibt es einige Pflanzen, die in geringen Mengen verzehrt gesund sind, in größeren Mengen aber durchaus toxisch wirken, so z. B. sogar der von unseren Meerschweinchen so geliebte Löwenzahn. Genauso kann es vorkommen, dass unsere Kleinen Freunde augenscheinlich unbeschadet kleinere Mengen von bekannten Giftpflanzen wie beispielsweise Akelei oder Efeu fressen. Sollte dies einmal vorkommen, so ist das noch kein Grund zur Panik, abwarten und  beobachten ob es Vergiftungserscheinungen zeigt. Natürlich gilt das nicht für extrem giftige Pflanzen, wie Digitales oder Eisenhut!
 
Grundsätzlich können alle dem Organismus zugeführten Stoffe oberhalb einer gewissen Dosis Schaden anrichten. Das  gilt auch für unverzichtbare Substanzen wie Vitamine, Salze, Nährstoffe und Wasser. Paracelsus (1493-1541) prägte daher schon früh den auch heute noch gültigen Grundsatz:

Dosis sola venenum facit
(Paracelsus)
Allein die Menge macht das Gift

Die giftige Wirkung einer Substanz, also die Toxizität, und das das Ausmaß der Giftwirkung eines Giftes (Toxins) in Abhängigkeit von der Dosis, wird von vielen Faktoren bestimmt.
Je schneller eine Substanz in Körperflüssigkeit löslich ist, desto schneller wirkt sie toxisch. Besonderen Einfluss hat dabei auch die Einwirkung des Speichels bei oraler Aufnahme. Der Körper kann verschiedene Gifte abbauen. Deshalb ist auch die Zeit im Verlauf der Aufnahme des Giftes ein wesentlicher Faktor. 
Zudem spielt die Konstitution eines Lebewesens eine wesentliche Rolle. Ausschlaggebend hierbei ist der allgemeine Gesundheitszustand, die Funktionsfähigkeit des Immunsystems, das Körpergewicht und das Alter.
Möglicherweise besteht auch eine mögliche Toleranz des Körpers durch bereits erfolgte Gaben des Giftes, wie z. B. bei Insekten die bereits Resistenzen gegen bestimmte Insektizide entwickelt haben.
In der Nanotechnologie können Substanzen wegen ihrer Größe toxisch werden, weil ihnen diese erlaubt, Körperschranken (Haut, Lunge, Blutkreislauf, Gehirn usw.) zu durchbrechen und damit verhindert wird, dass diese vorher abgebaut werden.
Eine weitere Schwierigkeit Pflanzen und ihre Toxine einzuschätzen besteht darin, dass die unterschiedlichen Pflanzenteile (Blätter, Stiele, Wurzeln, Rinde, Früchte) verschieden hohe Mengen des Giftes enthalten. Ebenso spielen der Standort und Witterungsbedingungen eine Rolle. So kann z. B. der Teeaufguss der Engelstrompete berauschend, ein Teeaufguss von einer anderen Engelstrompete in der gleichen Dosierung am nächsten Tag tödlich wirken.
Ein weiteres klassisches Beispiel ist die Eibe. Die Nadeln und das Holz enthalten das Gift Taxin. Das Fruchtfleisch der roten Beeren jedoch nicht. Allerdings ist Taxin wieder in den schwarzen Samenkernen enthalten, die jedoch zerkaut werden müssten um ihre volle Wirkung zu entfalten. So kommt es in der Regel eher selten zu schweren oder tödlich endenden Vergiftungen, die dann in der Regel aber  auf die Einnahme von Eibennadeln oder deren Absud in Suizidabsicht zurückzuführen sind.
Was aber im Falle einer akuten Vergiftung tun? In jedem Fall so schnell als möglich zum Tierarzt. Bitte keine Behandlungsversuche auf eigene Faust! Die Wirkungen toxischer Substanzen lassen sich teilweise durch natürliche oder künstlich hergestellte Gegengifte aufheben oder zumindest unter die tödliche Dosis abmildern. Sowohl in der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) als auch in der Homöopathie gibt es eine Reihe von wirkungsvollen Gegenmitteln (Antidot). Diese dürfen aber nur vom Fachmann verordnet werden! 


Beispiele unterschiedlicher Giftwirkung:

Gift-„Cocktails", wie sie manchmal mit Mord- oder Suizidabsicht zusammengestellt werden, sind meist „giftiger" als die Summe der Einzelsubstanzen („Potenzierung"). Dies gilt auch für die Kombination subtoxischer Mengen von Umweltgiften, die zusammen sehr wohl schädigend wirken können.
Metallisches Quecksilber ist beim Verschlucken weniger giftig als bei der Inhalation der Dämpfe.
Eine Dosis Ethanol, die im Laufe eines Abends (also subakut) in Form von Bier eingenommen und vertragen wird, kann bei akuter Zufuhr als Schnaps zu ausgeprägteren und eventuell gefährlichen Vergiftungserscheinungen führen.
Die Einnahme von 10 Litern Wasser auf einmal (destilliert oder nicht) kann für einen Erwachsenen tödlich sein. Es kommt zur Hyponatriämie (Unterversorgung mit Natrium durch osmotischen Entzug). Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine toxische Wirkung des Wassers an sich, sondern um einen schädlichen Verdünnungseffekt
Reine Sauerstoffatmosphäre ist akut schädlich und kann für Neugeborene tödlich sein.
Ein durch Krankheit vorgeschädigter Organismus reagiert empfindlicher auf Gifte als der eines Gesunden.
Eine Dosis Digitoxin, die bei einem Erwachsenen therapeutisch wirkt, kann für ein Kind oder einen älteren Menschen tödlich sein.
Alkohol ist für Menschen mit verminderter oder veränderter Alkoholdehydrogenase in wesentlich geringerer Dosis tödlich. Das Theobromin der Schokolade (bzw. des Kakao) ist für den Haushund ziemlich giftig
Wiederholte Giftzufuhr führt bei vielen Substanzen zur Toleranzentwicklung. So gab es früher Arsenikesser, die zum Teil das Mehrfache einer gewöhnlich akut tödlichen Dosis von Arsenik (As2O3) ohne (akute) Beeinträchtigung zu sich nahmen um sich gegen Giftanschläge zu schützen. Ein näherliegendes Beispiel ist Heroin (ein Opioid), gegen das der Mensch eine ausgeprägte Toleranz entwickelt.
Weißer Germer, eine für die meisten Säugetiere hochgiftige Pflanze, wird von Rothirschen in der Brunft verzehrt.
Vergiftungen mit Schlafmitteln führen zum Teil über Störungen der Temperaturregulation mit Auskühlen des Organismus zum Tod. Wenn der Auskühlung entgegengewirkt wird (Bettdecke, Heizung), wird eine Überdosis unter Umständen vertragen, die im Freien tödlich gewesen wäre.

Quelle: Wikipedia


Wild und Gartenpflanzen

Eine Auflistung der wichtigsten Giftpflanzen in unserer heimischen Flora und in unseren Ziergärten. Die Angaben in dieser Liste wurden sorgfältig recherchiert, dennoch erhebt sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es ist davon auszugehen, dass bei den aufgelisteten Pflanzen alle Pflanzenteile mehr oder weniger giftig sind, etliche tödlich!

 

Ackerveilchen
Ackerwinde( Convolvolus arvensis)
Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
Adonisröschen (Adonis spec.)
Aralie (Aralia spec.)
Aronstab (Arum maculatum)  
Auberginenpflanzen (alle grünen Teile)
Avokado
Bärenklau, Riesen- (Heracleum mantegazzianum)
Bärlauch (Allium ursinum)
Begonie, Schiefblatt (Begonia spec.)
Belladonnalilie (Amaryllis belladonna)
Berberitze, Sauerdorn (Berberis spec.)
Berglorbeer (Kalmia spec.)
Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)
Bingelkraut (Mercurialis perennis)
Blauregen (Wisteria sinensis)
Bocksdorn (Lycium barbarum)
Bohnen, Garten- (Phaseolus vulgaris)
Bucheckern (Fagus sylvatica)
Buchsbaum (Buxus sempervirens)
Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)
Christrose (Helleborus niger)
Clematis (Clematis spec.)
Efeu (Hedera helix)
Eibe (Taxus baccata)
Eisenhut (Aconitum spec.)
Engelstrompete (Brugmansia spec.)
Essigbaum (Rhus typhina)
Farne aller Arten
Fingerhut (Digitalis purpurea)
Geißblatt (Lonicera spec.)
Geranie (Pelargonium)
Giftsumach (Toxicodendron quercifolium)
Ginster, Besen- (Cytisus scoparius)
Glycinie (Wisteria sinensis)
Goldregen (Laburnum anagyroides)
Gundelrebe (Glechoma hederacea)
Gundermann (Glechoma hederacea)
Hahnenfuß, (Ranunculus spec.)
Heckenkirsche, Rote (Lonicera xylosteum)
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)
Holunder (Sambucus niger)
Hortensie (Hydrangea spec.)
Hundspetersilie (Aethusa cynapium)
Hyazinthe (Hyacinthus officinalis)
Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Kalmia (Kalmia spec.)
Kartoffel (Solanum tuberosum) (alle grünen Teile und Triebe)
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)  
Knoblauch
Krokus (Crocus spec.)
Kronwicke, Bunte
(Securigera varia, Coronilla varia)
Lebensbaum (Thuja spec.)
Lein (Linum usitatissimum)
Liguster (Ligustrum vulgare)
Lorbeerrose (Kalmia spec.)
Lupine (Lupinus spec.)
Magnolie (Magnolia spec.)
Mahonie (Mahonia aquifolium)
Maiglöckchen Covallaria majalis)
Mistel (Viscum album)
Nachtschatten (Solanum nigrum, Solanum dulcamara)
Narzisse (Narcissus pseudonarcissus)
Nieswurz (Helleborus spec.)
Oleander (Nerium oleander)
Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus)
Paprikapflanzen (alle grünen Teile)
Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
Pfingstrose (Paeonia officinalis)
Rhododendron (Rhododendron spec.)
Rittersporn (Delphinium spec., Consolida spec.)
Rizinus (Ricinus communis)
Robinie (Robina pseudoacacia)
Sadebaum (Juniperus sabina)
Sauerklee (Oxalis acetosella)
Schierling (Conium maculatum)
Schmetterlingsflieder,Sommerflieder (Buddleja)Schnurbaum, Japanischer (Sophora japonica)
Schneebeere (Symphoricarpos albus)
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Schöllkraut (Chelidonium majus)
Schwertlilie (Iris spec.)
Seidelbast (Daphne mezereum)
Stechapfel (Datura stramonium)
Stechpalme (Ilex aquifolium)
Steinklee, Echter (Melilotis officinalis)
Stink-Wacholder (Juniperus sabina)
Sumpf-Dotterblume (Calla palustris)
Tabak (Nicotiana tabacum)
Tollkirsche (Atropa belladonna)
Tollkraut, Glockenbilsenkraut (Scopolia carniolica) 
Tomatenpflanzen (alle grünen Teile)
Tulpe (Tulipa gesneriana)
Wacholder (Juniperus communis)
Waldrebe (Clematis spec.)
Wandelröschen (Lantana camara)
Wasserschierling (Cicuta virosa)
Windröschen, Gelbes und andere (Anemone ranunculoides)
Wolfsmilch (Euphorbia spec.)
Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) 
 Zwiebeln
Zwiebelgewächse
 

 

Zimmerpflanzen

Alpenveilchen (Cyclamen spec.)
Amaryllis (Hippeastrum spec.)
Aronkelch (Zantedeschia aethiopica)
Azalee (Rhododendron simsii)
Baumfreund (Philodendron spec.)
Begonie, Schiefblatt (Begonia spec.)
Belladonnalilie (Amaryllis belladonna)

 


Bogenhanf (Sansevieria trifasciata)
Buntwurz (Caladium bicolor)
Christusdorn (Euphorbia milii) Dieffenbachie (Dieffenbachia senguine)
Efeutute (Scindapsus spec.)
Einblatt (Spathiphyllum floribundum)
Fensterblatt (Monstera deliciosa)
Flamingoblume (Anthurium spec.)
Kaladie (Caladium bicolor)
Kolbenfaden (Aglaeonema commutatum)
Korallenbäumchen (Solanum pseudocapsicum)
Kroton (Codiaeum variegatum)
Madagaskar-Immergrün (Catharanthus roseus)
Palmlilie (Yucca elephantipes)
Philodendron (Philodendron spec.)
Prachtlilie (Gloriosa superba)
Purpurtute (Syngonium podophyllum)
Ritterstern (Hippeastrum spec.)
Sansevierie (Sansevieria trifasciata) Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)
Wüstenrose (Adenium obesum)
Wunderstrauch (Codiaeum variegatum)
Yucca (Yucca spec.)
Zimmerkalla (Zantedeschia aethiopica)

 

 

Als weiterführende Informationsquelle empfehle ich Ihnen das Giftpflanzencompendium. Dort findet man eine unglaublich große Anzahl von Giftpflanzen mit Beschreibungen, Bildern und deren toxischer Wirkung. Besser geht es wohl kaum.

Aber natürlich gibt es auch eine Fülle von leckeren und gesundheitsfördernden Pflanzen und Kräutern in unseren Gärten und in der freien Natur.

 

Kräuterkunde

 

Aus dem Lehrbuch der kleinen Kräutermeersau

fanny1 landshuter moppelbande


Diese Auflistung ist nur ein kleiner Auszug aus der unglaublichen Vielfalt der Kräuter und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Kräuter sollten, wegen ihres hohen Mineralstoffgehaltes , niemals als Hauptfutter eingesetzt werden. Kräuter werden wegen in der Phytotherapie wegen ihrer Heilkräfte eingesetzt. Im Volksmund heisst es: "Für alles ist ein Kraut gewachsen." Es ist unumstritten, dass jedem Kraut eine gewisse Heilwirkung zugeschrieben werden kann. Wo aber eine gute Wirkung zu erwarten ist, findet sich auch fast immer eine oder mehrere unerwünschte Wirkung, sogenannte Nebenwirkungen.

Phytomedizin ist nicht harmlos, nur weil sie natürlichen Ursprunges ist! Die tödlichsten Gifte auf dieser Erde stammen aus der Natur! Man denke dabei z.B. an blauen Bergeisenhut, Digitalis, diverse Schlangengifte usw.

Wenn man Kräuter das ganze Jahr über regelmäßig verabreicht, tritt auch ein gewisser Gewöhnungseffekt ein und sie wirken im Krankheitsfall nicht mehr.

Bei Erkrankungen sind Kräuter immer nur als unterstützendes Heilmittel anzuwenden, ein Besuch beim Tierarzt ist unerlässlich! Auch die vom Tierarzt verordneten Medikamente müssen vorschriftsmäßig angewendet werden. Alle Kräuter, außer  Brennnessel, können frisch oder getrocknet gefüttert werden. Bei getrockneten Kräutern darf wegen der hohen Konzentration an Mineralstoffen jedoch pro Tier und Woche nur maximal eine Hand voll gefüttert werden.

 

Dosis sola venenum facit
Die Dosis macht das Gift (Paracelsus)
Dieser Grundsatz gilt auch bei der Anwendung von Kräutern in der Medizin
Viel hilft nicht unbedingt viel !

 

 

Alfalfa nur grüne Pflanze verfüttern Calziumreiche Futterpflanze, in geringen Mengen füttern alfalfa 320x240
Aniskerbel,Süssdolde,
duftet und schmeckt
Verwechslungs gefahr mit Schierling !
gegen Verdauungsbeschwerden  suessdolde
Basilikum antibakteriell, beruhigend,  darmreinigend, krampflösend, schmerzstillend und hilft bei Blähungen, Magen- und Darmbeschwerden basilikum 320x240
Borretsch (Gurkenkraut) gegen Fieber und Husten, wirkt anregend Borretsch 320x240
Breitwegerich Atemwegserkrankungen, Katharr, Magen und Darmbeschwerden Breitwegerich 320x240
Brennnessel
(nur getrocknet verfüttern)
Vit. C, harntreibend und blutreinigend Brennessel 320x240
Dill appetitanregend, verdauungsfördernd, gegen Blähungen Dill 320x240
Estragon appetitanregend, gegen Blähungen estragon 320x240
Gänsefingerkraut Durchfall, Blutungen und Entzündungen des Zahnfleisches, gegen Krämpfe, auch bekannt als Krampfkraut gaensefingerkraut
Giersch sehr vitaminreich, gegen Gicht und Rheumaerkrankungen giersch 320x240
Hirtentäschel, gewöhnliches Vit. C haltig, Blutdruckregulierend, bei Ekzemen und Schuppenflechte, Blutstillend Hirtentaeschel
Huflattich schleimlösend bei Husten Huflattich 320x240
Kamille Verwechslungs gefahr mit Hundskamille ! entzündungshemmend, austrocknend, antibakteriell, bei Verdauungsbeschwerden Wegen der austrocknenden Wirkung bei Meerschweinchen nicht am Auge anwenden! kamille 320x240
Koriander gegen Blähungen, entkrampfend koriander 320x240
Kümmel gegen Blähungen, verdauungsfördernd, appetitanregend kuemmel 320x240
Lavendel gegen Blähungen, bei Magen Darmbeschwerden, beruhigend lavendel 320x240
Liebstöckel (Maggikraut) harntreibend, entkrampfend, verdauungsfördernd Liebstoeckel 320x240
Löwenzahn Vit. C, harntreibend, appetitanregend Loewenzahn 320x240
Majoran gegen Blähungen, regt die Milchbildung an Majoran 320x240
Mariendistel unterstützend bei Lebererkrankungen mariendistel
Melisse gegen Verdauungsbeschwerden melisse 320x240
Minze/
Pfefferminze/
Orangenminze
verdauungsanregend, entkrampfend minze 320x240
Oregano Magen-Darmbeschwerden oregano 320x240
Petersilie viel Vit. C petersilie 320x240
Rosmarin antiseptisch, unterstützend bei Pilzerkrankungen rosmarien 320x240
Schafgarbe appetitanregend, gut bei Blasen und Nierenerkrankungen schafgarbe 320x240
Spitzwegerich unterstützend bei Erkältungen und Husten spitzwegerich 320x240
Thymian unterstützend bei Atemwegserkrankungen thymian
Vogelmiere viel Vit. C , gegen Rheumaerkrankungen Vogelmiere 320x240
Zitronenmelisse gegen Verdauungsbeschwerden zitronenmelisse 320x240


Neben diesen wunderbaren essbaren Kräutern gibt es allerdings noch eine Reihe von giftigen bis hochgiftigen Gewächsen in Haus und Garten.


Die abgebildeten Kräuter wachsen alle in meinem Garten und auf der Wiese hinter dem Haus und sind dort fotografiert worden

 

 

Heu & Stroh

Heu selbst herstellen - eine kleine Heukunde

Heu - duftende Wiesen, frisch geschnitten, Sommersonne, Sommerwind, das Alles fällt mir ein, wenn ich an Heu denke. Aber auch ein anderer Gedanke kommt mir dabei in den Sinn: Zoofachhandel. Tüten mit überteuertem Heu, Herkunft unbekannt. Wie wurden die Wiesen behandelt, ist vielleicht gleich angrenzend ein Feld, auf dem Pestizide und andere Pflanzenschutzmittel ausgebracht wurden?
Darum haben wir uns entschlossen, das Heu für unsere Meerschweinchen selbst herzustellen. Da wir eine große Wiese besitzen ist das für uns kein Problem. Doch zur richtigen Herstellung von Heu gehört doch noch etwas mehr dazu, als nur das Gras zu mähen und einfach trocknen zu lassen.
Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Wir haben selbst keine Landwirtschaft, aber einen Teil einer alten, sehr kleinen Landwirtschaft geerbt. Daher die Wiese und der Traktor. Das gute Stück wäre auch für eine moderne Landwirtschaft etwas zu unterdimensioniert. Und die einzigen Schweinchen die wir haben, sind natürlich unsere Moppel, für die wir keine Mühen scheuen.

 

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Heuberg

 

Wie soll gutes Heu aussehen ?

 

  • die Farbe ist grünlich oder beige
  • es duftet aromatisch und würzig
  • es ist staubarm
  • es ist trocken
  • es sollte vom 1. Schnitt stammen
  • die Halme sind fest, griffig und lang

Solches Heu darf nicht verfüttert werden:

 

  • es riecht muffig oder nach Pilz
  • es ist grau - Schimmelbefall
  • blasse, fahle Farbe - niedriger Nährstoffgehalt durch Regen nach dem Schnitt
  • bräunliche - schwarze Verfärbungen - Überhitzung bei der Lagerung
  • es ist stark staubig
  • mit erkennbar giftigen Pflanzen (Sumpfschachtelhalm, Adlerfarn, Adonisröschen, Herbstzeitlose, Kreuzkraut, Schierling), sie behalten auch nach der Trocknung ihre Toxizität !)
  • es enthält Tierkadaver

 

Zur Herstellung von Heu

 

Um gutes Futterheu herzustellen braucht man zunächst eine Wiese. Diese sollte mit verschiedenen Wiesenpflanzen, Kräutern und Gräsern bewachsen sein.Dabei ist darauf zu achten, dass evtl. vorhandene Giftpflanzen, die ihre toxische Wirkung nicht durch Trocknung verlieren, entfernt werden. Hahnenfußgewächse müssen nicht entfernt werden, sie sind als Heu ungiftig.
Die Wiese darf zur Heuherstellung nur mit einem geeigneten Mäher (Balkenmäher, Kreiselmäher) oder der Sense geschnitten werden, sofern Sie nicht über einen Traktor verfügen.
Gemäht wird natürlich nur bei trockenem Wetter und wenn das Wetterradar mindestens 3 Tage sicher schönes Wetter vorhersagt. Warmes und windiges Wetter ist optimal. Der richtige Zeitpunkt zum Mähen wäre so um die Pfingstzeit, wenn die Gräser noch nicht blühen. Leider spielt das Wetter nicht immer mit, deshalb im Zweifelsfall lieber noch etwas länger warten, bis trockenes Wetter ist.
Nach der Mahd wird das Gras zunächst zum ersten, oberflächlichen Abtrocknen liegengelassen. Ja nach Temperatur wird es nach ca. 3. Stunden zum ersten mal gewendet, was man am Besten mit einer Heugabel macht. Danach wird das Gras, das ja bereits angefangen hat zu trocknen, regelmäßig alle ca. 3-4 Stunden gewendet. Gegen Abend wird dann das schon gut angetrocknete Gras zu Strängen zusammen gerecht, damit die Feuchtigkeit der Nacht am Morgen schnell abtrocknet.
Am nächsten Morgen wird das Gras wieder etwas ausgebreitet, um besser trocknen zu können. Je nach Witterung, wenn es sehr warm und trocken ist, können Sie das fertige Heu am 3. Tag einholen. Dazu darf es sich aber keinesfalls feucht anfühlen! Durch die Feuchtigkeit und ungenügende Belüftung kommt es zu chemischen Prozessen die das Gras stark erhitzen. Ab 70 ° C herrscht akute Brandgefahr ! Dadurch ist schon so mancher Stadel (ScheunFrisches Heu darf keinesfalls verfüttert werden! Es würde im Darm zu Gärprozessen kommen, welche Blähungen und Koliken verursachen. Während des Reifeprozesses schwitzt das Heu Restfeuchtigkeit aus und fermentiert. Diese Fermentierung die durch Bakterien die sich auf dem Grüngut befinden ausgelöst wird, werden Zellen gebrochen (ein Stoffwechselprozess)  und das Heu wird besser verdaubar. Wenn in dieser Phase nicht für genügend Belüftung gesorgt wird, bleibt das Schwitzwasser im Heu und es kommt zu Schimmelbildung! Ein weiterer Grund, warum Heu erst nach 5-6 Wochen Lagerung verfüttert werden darf ist, dass es Wiesenpflanzen wie z. B. den Hahnenfuss gibt, die frisch verzehrt giftig sind, aber als getrocknete Pflanze nach und nach ihre Giftigkeit verlieren.


Lagerung von Heu

 

luftig - dunkel - trocken - sauber
Idealerweise erfolgt die Lagerung von Heu in einem Heustadel (Scheune) auf Holzbohlen. Keinesfalls auf dem Betonboden, da hier die Luftzirkulation nicht gewährleistet ist. Natürlich verfügt nicht jeder über einen Stadel, und nicht jeder benötigt solche Mengen an Heu wie wir (wäre für 2 kleine Meerschweinchen auch etwas übertrieben). Aber sicher haben Sie in Ihrer Wohnung einen Ort an dem eine ähnlich gute Lagerung möglich ist, z. B. die Speisekammer. Damit das Heu nicht schwitzt und sich damit Schimmelpilze ansiedeln, empfehle ich die Lagerung in alter Bettwäsche, z. B. einem Kissenbezug. Wer ein Gartenhäuschen oder einen luftigen Schuppen hat, kann das Heu natürlich auch dort lagern.

 

Grummet, Günmahd, Emd

 

Als Grummet/ Grünmahd/ Emd bezeichnet man Heu vom 2. oder 3. Schnitt. Dieses Heu ist sehr Eiweiß- und Nährstoffreich und hat einen geringeren Rohfaseranteil. Deshalb ist es hauptsächlich zur Fütterung an Kühe geeignet. Bei Pferden löst es Koliken aus und sollte deshalb nicht verfüttert werden. Bei Meerschweinchen spricht meines Erachtens nichts dagegen, wenn sie es abwechselnd mit Heu vom 1. Schnitt bekommen.

 

Heucobs und Heupellets

 

bestehen aus Heu, das geschnitten und anschließend zu kleinen Würfeln oder anderen Formen gepresst wurde. Das ist mit Sicherheit die teuerste Alternative Heu zu verfüttern, aber wenn Ihr Meerschweinchen, was in seltenen Fällen vorkommt, unter Heuschnupfen leidet, eine geeignete Alternative.Meerschweinchen, was in seltenen Fällen vorkommt, unter Heuschnupfen leidet, eine geeignete Alternative.


Kräuterheu

 

oder Heu mit hohem Kräuteranteil ist nicht zwingend als besonders gesund einzustufen, da die meisten Kräuter auch Heilpflanzen sind und deshalb auch Bestandteile enthalten die medizinisch Wirksam sind.
Deshalb nur in geringen Mengen und als Zusatzheu verfüttern. Getrocknete Kräuter im Einzelfall je nach Wirkungsspektrum lieber einzeln verfüttern.
Frische Kräuter, gesammelt und zum Trocknen ausgelegt

Kräuter zum Trocknen ausgelegt

 


Stroh

 

Stroh wird aus gedroschenen Getreidehalmen hergestellt. Es ist nicht sehr nährstoffreich und stärkehaltig. Deshalb ist es als Raufutter für Meerschweinchen nicht zu empfehlen. Dazu kommt, dass im Getreideanbau immer häufiger chemische Keulen eingesetzte werden um die Halme kurz zu halten, damit das Getreide nicht so anfällig gegen Wind- oder Regenbruchist. Ich verwende Stroh als zusätzliche Lage bei der Einstreu. Es bewirkt eine Art "Pamperseffekt". So sitzen die Meerschweinchen oben länger trocken, wenn unten die Einstreu vom Urin feucht wird.  Wenn die Meerschweinchen dann nach dem Einstreuen am frischen Stroh jedoch den einen oder anderen Halm knabbern, spricht nichts dagegen, solange sie Heu haben. Gutes Stroh bekommen Sie preiswert bei den Bauern, auch in Kleinballen. Stroh muss wie Heu sauber, trocken und dunkel gelagert werden.

 

Strohberg 

KEIN Brot!

 

Kein Brot für Meerschweinchen!

 

 brotverbot

 

Viele Meerschweinchenfreunde glauben leider immer noch, dass getrocknetes Brot zur Abnutzung der Zähne gut sei und dass es dazu beiträgt, die Zahngesundheit unserer Lieblinge zu erhalten. Das ist aber einBrezen weitverbreiteter Irrtum. Zugegeben, es scheint ihnen sehr gut zu schmecken.

In den Anfängen meiner Meerschweinchenhaltung wusste ich nämlich auch noch nicht, dass Brot und Bäckereiprodukte aller Art für Meerschweinchen langfristig schädlich sind und habe es ihnen gelegentlich verfüttert. Wer will seinen Lieblingen schon so einen Leckerbissen vorenthalten?

Aber wie das auch bei unserer Ernährung ist, so schmecken uns doch auch viele Sachen, die nicht wirklich gesund sind. Oder will da einer behaupten, dass Weißbrot oder Semmeln (Brötchen) ernährungsphysiologisch gesehen für uns gut sind? Ausser Kalorien beinhalten sie nämlich nicht wirklich wertvolle Stoffe, die zur Gesunderhaltung unserer Wohlstandskörper beitragen. Oder?

Nun wieder zurück zu den Meerschweinchen:

Zunächst die Zähne. Natürlich, wenn sie es mit ihren Schneidezähnen abbeißen ist das Brot oder die Semmel noch hart und mag einen gewissen, geringfügigen Abrieb erzeugen, da die Meerschweinchenzähne ja relativ leicht abgenutzt werden. Aber spätestens dann, wenn der Leckerbissen im Mäulchen nach hinten wandert, wird er eingespeichelt und damit weich. Somit ist der erhoffte Abrieb für die Backenzähne schon nicht mehr gegeben. Wie denn auch?
Meine Meerschweinchen bekommen für die Abnutzung ihrer Zähne ausschließlich Heu und immer wieder frische Zweige von Obstgehölzen. Am liebsten mögen sie die Zweige von Quittensträuchern, gefolgt von Apfel und Birne. Auch Kirsche mögen sie, weniger gerne Zwetschgenbäume. Die kleinen zarten Holzaustriebe fressen sie mit Stumpf und Stiel, man könnte meinen es sind Abkömmlinge der Biber.....
Wenn die Zweige etwas stärker, also etwa fingerdick sind, wird die nährstoffreiche Rinde rundum abgenagt.
Die Sache mit den Zähnen ist aber nicht das eigentliche Problem bei der Fütterung von Brot und Bäckereierzeugnissen (Semmeln, Brezen, ect. )
Viel schwerer wirken sich die damit verbundenen gesundheitlichen Langzeitschäden aus.
Dunklere Brotsorten enthalten Sauerteig, unterschiedliche Getreidesorten und diverse Gewürze, Salz und diverse, für den Verbraucher nicht immer erkennbare oder deklarierte Backtriebmittel. Vor allem das von mir als „Industriebrot“ bezeichnete Brot aus Großbäckereien ist eher im Chemielabor entstanden, nach dem Motto: Möglichst viel Volumen und Gewicht bei einem möglichst geringen Einsatz von hochwertigen Rohstoffen erreichen.
Bei Weißbrot kommt Weißmehl, Hefe, ggf. Öl und Salz zum Einsatz, zumindest wenn es nach traditioneller Art gebacken wird.
Bei der Herstellung von Brötchen kommen verschiedene Zusätze zum Einsatz. Folgende, für den Menschen als unbedenklich geltende Stoffe werden zugesetzt:
Lecithin, Genusssäuren wie Zitronensäure (wird aus Schimmelpilzen hergestellt) und Essigsäure (ein reines Industrieprodukt) , Zucker, Malzextrakt, Guarkernmehl (ein Verdickungsmittel), Soja- oder Bohnenmehl, Emulgatoren (veresterte Glyceride), Diacetylweinsäureester, gehärtete pflanzliche Öle, Phosphat (Trennmittel), Säureregulatoren wie Calciumcarbonat oder Calciumsulfat, Enzyme, Mehlbehandlungsmittel wie Ascorbinsäure (Vitamin C) (das wäre ja noch gut, wenn es die Temperaturen beim Backen überstehen würde) oder L-Cysteinhydrochlorid, Cystein, Aroma-Präkursoren für den Brötchenduft.
Bei Laugengebäck und Brezen kommt zusätzlich noch Natronlauge und eine extragroße Portion Salz zum Einsatz.
Getreide in der Meerschweinchenernährung ist problematisch und umstritten (auch im Trockenfutter), da es sehr viel Stärke enthält, die für Meerschweinchen nicht nur sehr schwer verdaulich ist, sondern auch im Darm in sog. Einfachzucker aufgespalten wird.
Dass sog. Haushaltszucker in der Ernährung von Meerschweinchen in keiner Form gesund ist, steht außer Frage.
Dieser durch chemische Prozesse im Darm der Meerschweinchen entstandene Zucker wird, sofern die Energie nicht kurzfristig verbraucht wird, sofort als Fett im Körper angelagert.
Die überschüssigen Einfachzucker fangen, wie übrigens beim Menschen auch, im Darm zu gären an, verändern das ohnehin schon empfindliche Darmmilieu der Meerschweinchen und es entstehen sog. Fuselalkohole. Diese Gärung wird durch Hefen verursacht, die sich bei einem schlechten Darmmilieu zu stark ausbreiten.
Die im Brot und den diversen Bäckereierzeugnissen enthaltenen Gewürze sind für die empfindliche Verdauung der Meerschweinchen oft auch einfach nicht geeignet. Oft sind sie zu scharf.
In Brot und allen Bäckereierzeugnissen ist Salz enthalten, und das nicht zu knapp. Durch dieses Zuviel an Salz können Blasen und Nierenerkrankungen entstehen.
Der Sauerteig und die anderen Backtriebmittel, wie Bäckerhefe wirken sich auch nicht gerade positiv auf die Darmflora aus. Sie wird „übersäuert“ und es kommt ebenfalls zu Gärungsprozessen.
Zu den diversen Zusatzstoffen die den Brötchen/Semmeln möchte ich nur folgendes sagen: Essigsäure, Zitronensäure, künstliche Aromastoffe und Konservierungsstoffe stellen schon in der menschlichen Ernährung ein leichtes Gesundheitsrisiko dar. Wie kann so etwas dann für den wesentlich kleineren Körper eines Meerschweinchens gesund sein?
Brot ist übrigens auch in manchen Fertigfuttermischungen, die im Zoohandel erhältlich sind, enthalten. Es ist gut getarnt, als appetitlich bunte Stückchen, orange oder grün gefärbt, so dass es den Eindruck erweckt es sei getrocknetes Gemüse.

 Mohnbroetchen

Aus England kommt die Warnung, dass ein Zusammenhang zwischen den Farbstoffen, die in Meerschweinchenfutter verwendet werden (E133, E102, E110 und E124) und Blasenproblemen bestehen kann. Man berichtet über einen signifikanten Anstieg von Entzündungen der Harnwege und Nieren/Blasensteinen bei Tieren, die viel „buntes“ Futter aufnehmen. 90% dieser Tiere zeigten extrem hohe Zuckerwerte im Urin. Nach drei Wochen einer Diät aus Heu, Kohl und gemahlenem Hafer lagen die Zuckerwerte entweder im Normalbereich oder waren erheblich besser. Bei den Tieren, deren Messwerte sich normalisiert hatten, stiegen diese nach Fütterung des gewohnten "farbigen" Futters innerhalb von 6 Wochen wieder auf Extremwerte an. Bei schlecht therapierbarem Lippengrind oder wenn Unklarheit über potentiell schädliche Farbstoffe im Futter besteht, einfach mal einen Glukose- Teststreifen in den Urin halten.
Diese Studien wurden im Cambridge Cavi Trust Veterinary Hospital in England von Vedra Stanly- Spatcher durchgeführt.
Quelle: Frau Meiers kleine Schweinereien
www.fraumeier.org Mit freundlicher Genehmigung des Autors Dr. Wenzel
Vielen Dank an Frau Meier (vertreten durch Dr. Wenzel)!


Mögliche Folgen der Fütterung von Brot und Bäckereierzeugnissen:athena1 landshuter moppelbande

 
Blasenentzündungen
Hohe Zuckerwerte in der Nahrung beeinflussen den pH-Wert des Urins und säuern ihn an. Das kann zu einer Blasenentzündung führen.

Durchfälle
treten nach Aufnahme verdorbenen, verschmutzten, erhitzten, gefrorenen, feuchten oder schimmligen Futters auf. Jede Störung der Darmflora kann zur unkontrollierten Vermehrung von Mikroorganismen führen, welche die zellulose- verdauenden Bakterien überwuchern. Oftmals sind an altem Brot bereits Schimmelsporen zu finden, von denen die toxische und somit krankmachende Wirkung bekannt ist, nicht nur bei Menschen.

Toxikose
Bei hohem Energieverbrauch und gleichzeitiger mangelnder Energieversorgung kann es zu einer fatalen Entgleisung des Kohlenhydrat- Stoffwechsels kommen, die durch erhöhtes Auftreten von Ketonkörpern in Blut und Harn gekennzeichnet ist. Das ist meistens bei verfetteten Meerschweinchen insbesondere in der Trächtigkeit der Fall. Es entsteht die gefürchtete Trächtigkeitstoxikose

Blähungen/Trommelsucht
Entsteht als Folge von Fehlgärungen im Darm und Blinddarm. Stärke wird zu Zucker abgebaut welcher durch Hefen vergoren wird. Es bilden sich Gase, die nicht entweichen können, so dass der Darm aufbläht und die Tiere hochgradige Bauchschmerzen erleiden. Unbehandelte Blähungen können tödlich enden!

Verfettung
Überschüssige Energiezufuhr durch übermäßige Aufnahme von Kalorien in falschem Futter führt bei nichtverbrauchter Energie zu Fettanlagerungen. Übergewichtige Tiere werden faul und neigen zu Bewegungsmangel. Daraus resultieren Erkrankungen wie Ballenabszesse, Herz-Kreislauf- Erkrankungen Skelettdeformierungen an den Beinchen, Gelenkerkrankungen und sog. Wohlstandskrankheiten wie Diabetes
 
Verstopfung
Kann als Folge der Verfütterung von stärkehaltigen Futtermitteln wie Brot oder Bäckereierzeugnissen entstehen, wenn nicht genügend Wasser aufgenommen oder angeboten wird. Bei älteren Böcken kann es auch zur Verstopfung der Perinealtasche führen.

 

Fütterungsfehler

Fütterungsfehler und ihre möglichen Folgen 

 

Die meisten Fütterungsfehler (z.B. plötzliche Futterumstellung, Vorratsfütterung, zu wenig rohfaserreiches Futter) führen in allererster Linie zu Erkrankungen des Verdauungstraktes, vor allem Aufgasungen (Tympanie) oder Verstopfung (Obstipation). Durch zu wenig oder überlagertes Frischfutter können auch Mangelerscheinungen durch fehlende Vitamine auftreten. Durch eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung mit Frischfutter kann ein Vitaminmangel jedoch leicht vermieden werden. Eine zusätzliche Versorgung mit Vitaminpräparaten ist bei abwechslungsreichem Frischfutter normalerweise nicht erforderlich. Im Krankheitsfall kann es jedoch erforderlich sein ein vom Tierarzt verordnetes Vitaminpräparat zu verabreichen.

 
Umgekehrt können einige Vitamine und Mineralstoffe (z.B. Vitamin D oder Calcium) bei Überversorgung ebenfalls zu schweren Erkrankungen, z. B. zur Bildung von Harnsteinen führen.

 


Brot

gehört auch nicht zu einer gesunden Meerschweinchenernährung und sollte nicht verfüttert werden.


 

Salzlecksteine und Nagersteine

haben ebensowenig etwas in der Ernährung der Meerschweinchen zu suchen. Sie führen zur Organ- und Skelettverkalkungen sowie Blasen- und Nierensteinen.


 

Snacks

Ein reichhaltiges Angebot in den Regalen lockt mit bunten Bildern, die vor allem den Menschen ansprechen sollen.aurelia landshuter moppelbande
Ob Loftis, Knabberstangen, Gemüseringe, Nagerbisquit, Nagerwaffeln oder was es da sonst noch alles gibt. Alle diese Dinge basieren meistens auf Getreide und enthalten meistens Melasse, Zucker und/oder Honig. Einige der angebotenen Snacks enthalten auch Milchprodukte (z. B. Joghurtdrops) und/oder Ei. Meerschweinchen sind reine Veganer und können tierisches Eiweis nicht verdauen. Diese Dinge haben nichts in der Meerschweinchenernährung zu suchen!

Investieren Sie das Geld lieber in frische Gurken oder eine Wassermelone. Das schmeckt den Meerschweinchen nicht nur viel besser, sondern ist auch viel gesünder. Auch andere Gemüsesorten wie Fenchel sind für Meerschweinchen ein wahrer Leckerbissen.

Es gibt es auch reine Kräuterpellets, ohne Melasse oder Getreidezusätze. Auch diese eignen sich in sehr geringen Mengen als Leckerli für zwischendurch und werden sehr gerne gefressen. Hier bitte ich aber zu bedenken, dass viele Kräuter höhere Konzentrationen an Calzium enthalten, welches bei zu hoher Aufnahme wieder schädlich sein kann. Deshalb bitte wirklich nur in ganz geringen Mengen geben, nur ein paar Pellets.

Warum man Meerschweinchen kein Brot füttern sollte können Sie auf dieser Seite "Kein Brot" nachlesen:


Übergewicht

ist für Meerschweinchen nicht weniger schädlich als für Menschen. Schwere gesundheitliche Probleme, wie Skeletterkrankungen und Diabetes können die Folge sein.´

Deshalb sollte man darauf zu achten, dass die Meerschweinchen nicht durch unnötige oder zu hohe Kraftfuttergaben übergewichtig werden. Übergewicht führt bei Meerschweinchen zu gleichen oder ähnlichen gesundheitlichen Problemen wie beim Menschen. Diverse in Zoohandlungen angebotene Snacks, Leckerlies oder gar Joghurtdrops sind keinesfalls Bestandteil einer gesunden Meerschweinchenernährung. Sie sind potentielle Auslöser für Verdauungsstörungen und führen zu Übergewicht.

Ab welchem Gewicht ist denn ein Meerschweinchen übergewichtig? Das kann man ebenso wenig wie beim Menschen pauschalisieren, denn es kommt auf die Proportionen an. Ein 2 jähriges Weibchen kann mit 1500 g gut proportioniert und ein kräfitiger Typ sein, das andere Weibchen mit dem selben Gewicht ist schon stark übergewichtig, weil es einfach kleiner ist.

 

Getränke

 

Frisches Wasser muss den Meerschweinchen immer zur Verfügung stehen. Besonders an heissen Tagen und bei Fütterung mit Kraftfutter. Sie trinken zwar meistens nicht viel, besonders wenn sie viel Frischfutter fressen, trotzdem brauchen sie es in ausreichender Menge, immer zur Verfügung, besonders wenn Pelletfutter zugefüttert wird.
Nippeltränke oder Napf? Das Wasser in Nippeltränken verschmutzt nicht, dafür neigen bei kalkhaltigem Wasser die Kugelventile dazu zu klemmen. Außerdem halten sich in den Trinkröhrchen gerne Krankheitserreger und Schmutz. Deshalb müssen diese immer gut mit einem Bürstchen und ggf. mit Zitronensäure oder Essigessenz gereinigt werden. Bei Frost frieren die Kugelventile schnell ein und die Tiere können nicht mehr trinken.Bei Trinknäpfen muss darauf geachtet werden, dass es ein kippsicheres Gefäß, am besten ein schwerer glasierter Keramiknapf, oder ein kippsicheres Edelstahlgefäß ist. Diese können gut gereinigt werden. Allerdings verschmutzt das Wasser schnell durch Einstreu und Futterreste und muss mehrmals täglich gewechselt werden. Wenn sich Kalkablagerungen bilden, müssen diese ebenfalls gründlich entfernt werden, da sich hier gerne Krankheitserreger halten.
Für welche Art der Trinkwasserversorgung Sie sich entscheiden wird den meisten Meerschweinchen ziemlich egal sein. Ich habe eine Gruppe, die trinken ihr Wasser nur aus Näpfen und beachten die Nippeltränken gar nicht. Eine andere Gruppe trinkt grundsätzlich nur aus der Nippeltränke, wenn ein Weibchen trinkt stehen die Anderen schon Schlange und wollen auch dran kommen. Vielleicht betrachten sie es als Spiel, wer weis das schon?


Befestigung von Nippeltränken im Eigenbau:


Die Lösung dieses Problems hat uns nun schon einige Zeit beschäftigt, die handelsüblichen Tränken sind alle mit Halterungen für Gitterkäfige ausgestattet. Andere Trinkflaschensysteme haben sich leider nicht bewährt. Und die Trinknäpfe verschmutzen mir zu schnell. Nun hatte mein Hausingeneur die zündende Idee, welche ich stolz hier präsentiere, denn das ist nun die endgültige Lösung unseres Problems:

nippeltraenke landshuter moppelbande

 

     Benötigtes Material:
 
     2 Brettchen
     1 Lochsäge
     etwas Holzleim
6 Schrauben
     1 Nippeltränke mit Käfighalter
(die oben abgebildete gibt es bei Cavialand und hat 500 ml Fassungsvermögen)
     
Die Halteklammer ist ursprünglich dafür vorgesehen, sie an einem Käfiggitter festzuschrauben. Die für diesen Zweck mitgelieferte Gegenschraube ist in diesem Fall überflüssig. Aber der Hersteller war so freundlich, in das Befestigungsstück der Klammer 2 Löcher vorzubohren, damit man die Klammer ganz einfach am Holz festschrauben kann.
 
Hält bombenfest und ist eine saubere Sache. Die Halterung ist nicht patentiert und darf für private Zwecke nachgebaut werden ;-)
 
Wenn jemand noch andere, geniale Ideen zur Trinkflaschenbefestigung hat, dann bitte ein Beispiel mit Bild und Beschreibung an uns schicken.

Zwangsernährung

 Sollte es einem Meerschweinchen einmal sehr schlecht gehen, so dass es nicht mehr fressen kann oder will, muss es zwangsernährt werden, da sonst der Darm seine Tätigkeit einstellt, was den sicheren Tod bedeutet. Dieses Video zeigt sehr anschaulich wie man das handhaben sollte. Als Nahrung eignet sich eine spezielle Päppelnahrung, die es im gut sortierten Zoofachhandel oder beim Tierarzt zu kaufen gibt. Man kann aber auch mit einem Mörser oder einem guten Mixer selbst Päppelnahrung herstellen. Ich verwende hierfür auch aufgelöstes Pelletfutter, Ovator C oder Deukafit Pellets mit Vitamin C. Auch aufgeweichte Haferflocken (Schmelzflocken) eignen sich als Beimischung.

Dieses Video stammt (leider) nicht von mir, deshalb möchte ich mich an dieser Stelle bei dem Filmemacher und Ressegieur, Tavor Geithe, bedanken. Er hat die Videos bei You Tube zur Verfügung gestellt und mir die Genehmigung zur Einbindung in meine Homepage erteilt.

Hinweis:

Nicht jedes Meerschweinchen wird so geduldig sitzen bleiben, wenn man ihm die Spritze ins Mäulchen gibt. Man kann es auch auf den Arm nehmen und ihm den Nahrungsbrei halb aufrecht sitzend eingeben. Für Ungeübte ist es sicher auch schwierig, die Spritze so anzuwenden, wie es im Film dargestellt wird, ohne dass das Meerschweinchen sich verschluckt. Am Besten macht man am gesunden Meerschweinchen "Notfallübungen". Man kann den Nahrungsbrei aber von der Seite in das Mäulchen geben und langsamkleine Portionen eingeben, damit es sich auf keinen Fall verschlucken kann.