Kastration bei Meerschweinchen
Kastration bei Weibchen:
Dies ist ein sehr schwerer Eingriff,
bei dem alle inneren Fortpflanzungsorgane (Gebärmutter, Eierstöcke und
Eileiter) chirurgisch entfernt werden und wird in der Regel nicht gemacht.
Diese Operation wird nur durchgeführt, wenn dies aus gesundheitlichen
Gründen medizinisch erforderlich ist.
Kastration bei Männchen:
Gründe für eine Kastration:
Geburtenkontrolle
Zu starke Dominanz in der Gruppe
Bei Meerschweinchenböcken ist die Kastration
nicht zwingend erforderlich, denn Böcke verstehen sich auch unkastriert
mit anderen Böcken, solange kein Weibchen in der Nähe ist. Erläuterungen
hierzu finden Sie auf der Seite
Bockhaltung bei Meerschweinchen.
Wenn sie aber eine gemischte Gruppe,
also 1 Bock und 1 oder mehrere Weibchen haben, ist die Kastration unumgänglich
um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern.
Wann wird kastriert?
Es besteht die Möglichkeit der Frühkastration
im Alter von 3-4 Wochen. Das ist aber nur für Züchter zu empfehlen,
die den Frühkastraten als Gesellschafter für Zuchtböckchen brauchen,
da diese sich neutral verhalten und tolerieren wenn ein Weibchen dazu
kommt.In der Regel rät unser
Tierarzt
davon ab.
Risiko: Schwieriger Eingriff da die Hoden noch sehr winzig, wie Stecknadelköpfe
sind. Die Hoden liegen noch sehr hoch im Bauchraum und müssen über die
Leisten entfernt werden. Die Narkose ist auf Grund des geringen Körpergewichtes
auch schwierig zu dosieren.
Der frühestmögliche Zeitpunkt für eine reguläre
Kastration liegt bei 12 Wochen und einem Körpergewicht von mindestens
700 g. Das ist aber auch noch relativ früh.
Das Idealalter für eine Kastration ist ab 6 Monaten.
Dann sind die Hoden bereits gut ausgebildet und der Tierarzt kann sie
gut und vollständig entfernen. Noch besser wäre es allerdings die Kastration
erst in einem Alter von 9 Monaten bis 1 Jahr durchzuführen, dann ist
der Bock fast ausgewachsen und hat sich voll entwickelt.
Das Höchstalter liegt bei ca. 3 Jahren, je
nach Konstitution des Tieres.
Risiko:
Jede Narkose stellt ein Risiko
dar.
Ist der Bock nicht weit genug entwickelt bleibt er kleiner und entwickelt
sich nicht vollständig.
Vorbereitung für die OP
Ein Meerschweinchen darf vor einer
OP niemals nüchtern sein, da sonst die Darmperistaltik zum Stillstand
kommt.Das Meerschweinchen muss gesund sein, ein verantwortungsbewusster
Tierarzt wird das aber vor der OP prüfen.Eine Zusatzversorgung mit Vitamin
C vor und nach der OP ist anzuraten.
Am Tag der OP sollte der Käfig gründlich gereinigt und mit sauberen
Tüchern ohne Einstreu ausgelegt werden.
Die OP:
Dem Böckchen wird in Narkose der Hoden und das vorliegende Fettgewebe
entfernt und die Wunde vernäht. Dauer ca. 20 Minuten.
Nach der Kastration:
Die OP ist überstanden und die Wunde vernäht. Es ist wichtig, einmal
am Tag die Wunde zu begutachten, ob sie schön verheilt, denn gerade
bei Meerschweinchen kann es zu Abszessen an der Naht kommen.
Falls das Meerschweinchen sich die Fäden selbst gezogen hat, dann bitte
sofort Kontakt zum Tierarzt aufnehmen.
Um Entzündungen zu verhindern sollte das Meerschweinchen ca. 3-4 Tage
nicht auf Einstreu sitzen, sondern immer wieder saubere Tücher als Unterlage
bekommen. Das können alte Laken oder Handtücher, was auch immer man
zur Verfügung hat sein.
Nach der Narkose ist der arme Kerl, der da seiner Kronjuwelen beraubt
wurde, erst mal ca. 2 Stunden lang noch müde und benommen. Dann wird
er aber schnell wieder munter und will fressen und vor allem auch trinken.
Sollte er nach der OP nicht fressen wollen muss
zwangsgefüttert werden!
Die Fäden werden ca. 8 - 10 Tage nach der OP vom TA entfernt.
Das Böckchen ist auch nach der Kastration noch ca. 6 Wochen lang zeugungsfähig,
erst dann sind alle Spermien im Depot endgültig abgestorben.
In diesem Zeitraum findet auch der Abbau der Hormone statt und es wird
nach ca. 4 Wochen allmählich ruhiger.
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