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Unsere technischen Daten
Gewicht: Fettes Schwein oder Klappergestell ?
Wir haben eine durchschnittliche
Körperlänge von ca. 20 - 35 cm. Ein ausgewachsenes Meerschweinchen
wiegt zwischen 800 - 1100 g bei Weibchen und 900 - 1500
g bei Böckchen. Ihr Meerschweinchen liegt im Gewicht
über oder unter dem Durchschnitt? Ob ein Meerschweinchen
zu viel oder zu wenig wiegt hängt weniger vom Gewicht
ab, sondern von seinen Proportionen. Wenn sich ein Meerschweinchen
eher knochig anfühlt, darf es ruhig etwas kalorienreicher
ernährt werden. Dazu kann man mit Karotten, Wurzelgemüse
jeder Art, Fenchel und rote Beete füttern. Im Einzelfall
brauchen wir auch etwas Haferflocken und Kraftfutter.
Wenn ein Meerschweinchen eher einen Stau am mittleren
Ring zeigt, ein deutliches Doppelkinn hat, sich schwabbelig
anfühlt und sich die Hinterfüsschen schon seitlich wegbiegen,
dann ist es höchste Zeit für eine Spezialdiät. Am Besten
besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt die nötige Ernährungsumstellung.
Normalerweise haben wir einen festen, birnenförmigen
Körperbau.
So sollte ein normalgewichtiges
Meerschweinchen nicht aussehen!
Trächtige Meersau
Anatomische Besonderheiten Unsere Zähne:
Meerschweinchenweibchen haben, wie viele Säugetiere eine
Symphyse. Das ist eine knorpelige Kontaktstelle zwischen Scham-
und Sitzbeinen der rechten und linken Beckenhälfte, die während
der Trächtigkeit durch den Einfluss der Hormone, die sich
während der Trächtigkeit umstellen, in schleimiges Bindegewebe
umgewandelt und geweitet wird, damit die Babys den Geburtskanal
passieren können. Das ist bei uns Menschen genau so. Das Becken
wird zusätzlich von den Beckenbändern zusammengehalten. Die
Symphyse lockert sich durch das Hormon Relaxin ab dem letzten
Trächtigkeitsdrittel und öffnet sich ca. 5 Tage vor der Geburt
1,5 - 2 cm breit. Das kann man ertasten und als Hinweis dafür
nehmen, dass die Geburt kurz bevor steht.
Körpertemperatur: 37,4 bis 39,5 Grad C Atemfrequenz 100 bis 150/Min Herzfrequenz 230 bis 380/Min Geschlechtsreife ca. 28 - 35 Lebenstag (Gewichtsabhängig) Zuchtreife ab 4 - 6 Monaten Ausgewachsen mit ca. einem Jahr Lebenserwartung Durchschnittlich 5 - 8 Jahre Das Skelett
Unser Schlüsselbein ist
fast vollständig zurückgebildet und trotz der Schwanzwirbel
ist äußerlich kein Schwanz sichtbar. Wir Meerschweinchen sind
sehr beweglich. Zum Beispiel sind die vier letzten frei endenden
Rippen über eine Knorpelbrücke mit dem Brustbein verbunden so
dass sie eine hohe Wendigkeit und eine gute Brustatmung ermöglichen.
Was die Pfoten angeht bildeten sich die Zehen im laufe der Zeit
zurück, so dass wir heute über 3 Zehen an den Hinterbeinen und
über jeweils 4 Zehen an den Vorderbeinen verfügen.
Wir Meerschweinchen haben
256-261 Knochen. Der Kopf selbst besteht aus 47 Knochen. Erwachsene
Kollegen haben zudem weniger Knochen als jüngere Schweinchen,
da die Knochen mit der Zeit zusammenwachsen. Das Kreuzbein eines
Weibchens besteht aus drei zusammengewachsenen Knochen, das
Kreuzbein eines Männchens aus vier. Zudem haben wir Böckchen
noch einen Knochen im Penis, somit also einen mehr als Weibchen
.
Wir besitzen ein Gebiss aus 20 Zähnen, das zeitlebens weiterwächst. Die Backenzähne beispielsweise wachsen ca. 1,5 – 2,0 mm pro Woche. Unser Gebiss besteht aus vier wurzellosen Schneidezähnen (2 oben 2 unten) und je 8 wurzellosen Backenzähnen. Die Schneidezähne haben die Funktion des Abbeißens und Nagens, während die Backenzähne das aufgenommene Futter durch eine Vorwärts- Rückwärtsbewegung (das Kiefergelenk ist ein Schlittengelenk) zermahlen. Dadurch reiben gleichzeitig die Zähne aneinander und werden somit abgeschliffen. Das Wachstum der Zähne, sowie der Verlust der Zahnsubstanz durch das Aneinanderreiben, beträgt ca 2mm pro Woche. Die Mahlrückstände der Zähne bestehen hauptsächlich aus Kalzium und Mineralien, die als feines Pulver geschluckt und bei Bedarf im Darm wieder resorbiert werden können. Da die Nage- oder Schneidezähne nur eine außenseitige Schmelzbeschichtung besitzen, werden die zur Mundhöhle gerichteten weicheren, unbeschichteten Zahnflächen mehr abgenutzt und die Zähne dadurch gleichzeitig geschärft. Durch die seitliche Rotationen des Unterkiefers wird das Abnagen oder Abbeißen kleiner Stücke ermöglicht. Eine Besonderheit bei Meerschweinchen ist, dass der Zahnwechsel schon vor der Geburt vor sich geht. Zwischen dem 43. und 48. Trächtigkeitstag werden die Milchbackenzähne ausgebildet und bis zum 55. Tag dann vollkommen resorbiert. Noch vor der Geburt werden die neuen, bleibenden Zähne gebildet. Nach der Geburt sind die Meerschweinchenjungen also fähig normal zu fressen, lediglich der letzte Backenzahn ist bei Jungtieren noch vom Zahnfleisch bedeckt.
Jetzt geht`s an die Innereien
Wir haben ein großes Herz! Herzgewicht: 2,2 Gramm bei 800 Gramm Körpergewicht Das Herz eines Meerschweinchens ist durchschnittlich 2cm lang und etwa 5-6 cm breit. Es besitzt wie der Mensch auch 2 Vorkammern und 2 Hauptkammern, die alle eine dünne Membran besitzen. Zudem ist die linke Hauptkammer wesentlich kleiner als die rechte Hauptkammer. Durch ein Band sind Herzbeutel und Brustbein verbunden. Ein Meerschweinchenherz wiegt etwa 0,26 - 0,58% des Körpergewichtes. D.h. bei einem Gewicht von 800g wiegt das Herz ca 2,2g bei 1kg Körpergewicht wiegt es 2,8g. Unsere Leber: Lebergewicht: 3,9 % des Körpergewichts. Die stark geklappte Leber liegt dem Zwerchfell im Brustteil der Bauchhöhle an und wird links durch den Magen und rechts durch die Grimmdarmschlingen begrenzt. Auf der Unterseite des rechten Mittellappens liegt die haselnussgroße Gallenblase in einer starken Vertiefung. Durch die gebildete Gallensäure werden Fette aufgespalten. Unsere Milz: Die Milz eines Meerschweinchens ist ca 2,5 bis 3cm lang und 0,8 bis 1 cm breit. In der Form ähnelt sie einer Scheibe, da sie oval und platt ist. Sie ist mit der linken Niere und durch ein "Magen-Milz-Band" mit dem Magen verbunden. Die Milz liegt also links von der großen Magenkrümmung und besitzt eine Eingeweide- und Wandfläche. Unser Magen:
Der Magen grenzt an Leber, Bauchspeicheldrüse,
Dickdarmschlingen und Milz an und befindet sich links von
der 9. bis 11. Rippe. Im Vergleich zum Darm, insbesondere
zum Blinddarm ist er sehr klein und immer mindestens bis zur
Hälfte gefüllt, nüchtern dürfen Meerschweinchen nie sein.
Sein Fassungsvermögen bei ausgewachsenen Meerschweinchen
beträgt etwa 20 - 30 ml.
Begrenzt wird er lediglich links durch die Bauchwand, so
dass er sich, je nach Füllungsgrad bis zur Nabelgegend hin
ausbreiten kann. Lediglich der Magenausgangsbereich besitzt
eine ordentlich ausgeprägte Muskulatur, so dass ein aktiver
Transport durch Muskelbewegungen nicht stattfinden kann. Der
Nahrungsbrei wird deshalb mechanisch durch neu aufgenommene
Nahrung weitergeschoben. Daher sind Meerschweinchen
Dauerfresser - wir nehmen am Tag 60 - 80 Mahlzeiten ein.
Herrscht Futtermangel, wird der Magen trotzdem entleert.
Dadurch verlangsamt sich auch die Darmmotorik,
da der mechanische Reiz fehlt. Dann kann der
Nahrungsbrei nicht weiterverschoben werden, so dass es zu
Verdauungsstörungen kommt, weil die empfindliche Darmflora
gestört wird. Der Magen ist einhöhlig und verfügt weder über
einen Vormagen noch über eine Kardialdrüsenzone, so dass die
gesamte Magenschleimhaut zur Bildung eines sauren
Verdauungssekretes beitragen muss.
Die Bezeichnung Stopfmagen kommt nicht davon, dass die Nahrung weitergestopft wird, sondern dass der Magen an sich vollgestopft wird, bis nichts mehr reinpasst. Ähnlich stopfen Hühner und Enten ihren Kropf voll, so hat man für Futterpausen genügend Nahrung und der Darm wird nicht so schnell leer. Wie auch der Mensch verfügen Meerschweinchen sowohl über einen Dick- wie auch über einen Dünndarm. Der Darm erreicht bei einem ausgewachsenen Meerschweinchen etwa 225cm an Länge. Aufgeteilt ist er so:
Der Verdauungstrakt der Meerschweinchen macht ¼ der Körpermasse aus. Der Darmtrakt hat eine normal funktionierende Peristaltik. Im Dickdarm wird die Zellulose (Pflanzenfasern) aufgespaltet. Die hierfür notwendigen Bakterien werden im Blindarm gebildet. Auch Vitamine werden hier erzeugt. Der Nährstoffreiche Blindarmkot hat ebenfalls hier seinen Ursprung. Er wird von den Meerschweinchen zwischendurch wieder aufgeno. Die Darmflora der Meerschweinchen kann sich nur langsam auf Nahrungsveränderungen einstellen, da für jede Pflanzenart andere Bakterien für den Stoffwechsel erforderlich sind. Deshalb sollte man Futterumstellungen nur langsam vornehmen. Sonst kommt es zu Fehlgärungen die Bauchweh verursachen.
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| ©Eva-M. Ganslmeier | |||||||||||