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Informationen zur Zucht von Meerschweinchen 1 + 1 = viele Meerschweinchenzucht und was man darüber wissen sollte In erster Linie, sollte jeder, der sich mit dem Gedanken trägt Tiere zu züchten, erst einmal darüber nachdenken, ob und wie er für die Jungtiere die er nicht zur Weiterzucht behalten kann, Abnehmer findet. Wenn es nur darum geht, ein Weibchen einmal zu einem Bock zu setzen, nur „um mal zu sehen was dabei heraus kommt", kann man noch lange nicht von Zucht sprechen. Denn, dass den Gesetzen der Natur folgend, Männlein und Weiblein irgendwann Nachwuchs bekommen, ist so ziemlich sicher. Von der einfachen Vermehrung von Meerschweinchen zur Züchtung ist es ein großer Schritt. Leider lassen es vorwiegend unerfahrene Halter oftmals zu, dass sich die Tiere unkontrolliert vermehren, was ohne das nötige Fachwissen schwerwiegende Folgen für die Jungtiere und die Mutter haben kann. Nur einmal Babys? Sicher, Tierbabys sind absolute Herzensbrecher. Aber ich kann davon nur abraten. Bevor man so etwas macht, sollte man sich trotzdem die notwendigen Basics zur Zucht aneignen um Komplikationen zu vermeiden. Immer wieder höre ich: "Ich möchte 2 Weibchen, meine Freundin hat 2 Böckchen, die wollen wir mal zusammen lassen. " Das bringt für den unerfahrenen Halter ungeahnte Schwierigkeiten mit sich, denn die beiden Böckchen werden sich nach dem zumindest einer Kontakt mit dem Weibchen hatte nicht mehr vertragen und für immer Feinde sein. Eine Rückvergesellschaftung ist wenn überhaupt, dann nur mit Schwierigkeiten möglich. Ausserdem sollte man sich auf jeden Fall im Klaren sein, dass es nicht Ziel und Zweck einer solchen Aktion sein kann, dass die Babys anschließend im Zoohandel landen, weil man keinen Platz mehr dafür hat. Ein seriöser Züchter weiß zuvor schon ziemlich genau, was bei einer Verpaarung heraus kommt und kennt meistens mehrere Generationen der Vorfahren seiner Tiere. Wenn er diese nicht kennt, nimmt er Testverpaarungen vor, um Aufschluss über die genetischen Eigenschaften des Tieres zu erhalten. Ein Züchter steckt sich ein genau definiertes Zuchtziel . Er verpaart gezielt nur Tiere mit einer speziellen Haarstruktur und eines Farbtypus. Falls von einer Verdünnungsfarbe zu wenige Tiere vorhanden sind, greift er auf Vollfarbentiere zurück und erhält erst in der übernächsten Generation wieder die gewünschte Farbe. Daher und zur Vermeidung von Inzucht muss ein Züchter zwangsläufig mehrere Dutzend Tiere artgerecht unterbringen können und so eine Linie aufbauen.
Was sollte man also alles bedenken, wenn man plant Meerschweinchen zu züchten?
Habe ich genug Platz um Jungtiere notfalls auch etwas länger zu behalten, wenn sich momentan kein neues zu Hause findet? Ich spreche von einem neuen zu Hause, weil es nicht das Ziel einer Zucht sein kann, dass die Tiere geboren werden um in einer Tierhandlung zu landen. Diese „Zwischenstation" sorgt bei den Tieren für eine unnötige Belastung und sollte nur im äußersten Notfall angestrebt werden. Bevor die Tiere aber im Zoo als Schlangenfutter enden, ist das vielleicht noch der bessere Weg, die Tiere zu vermitteln. Denn in der Zoohandlung kauft in der Regel keiner ein teures Meerschweinchen um es zu verfüttern.
Der Finanzielle Aspekt ist nicht außer Acht zu lassen. Habe ich genügend Geldreserven um bei eventuellen Notfällen während der Schwangerschaft oder Geburt einen Tierarzt bezahlen zu können? Meerschweinchenzucht ist alles andere als ein Gewinn bringendes "Geschäft". Der Verkauf einiger Tiere deckt nicht einmal ansatzweise die hohen Kosten für die artgerechte Versorgung der Tiere. Es ist eher ein kostspieliges Hobby, eine Leidenschaft.
Dies ist bei Meerschweinchen ein sehr wichtiger Aspekt, denn ohne ein gewisses Grundwissen über Rassen, Vererbung und Farblehre kann es zu sehr traurigen Ergebnissen kommen. Hier reicht es nicht aus, sich im Internet mal schnell eine Seite durchzulesen. Das betrifft vor allen Dingen die Zucht von Dalmatiner , Schimmel und Satinmeerschweinchen . Es gibt Zahlreiche Informationen zur Zucht dieser Farbschläge in der gängigen Fachliteratur. Wenn Sie planen, eine dieser Farbschläge zu züchten, müssen sie unbedingt das nötige Hintergrundwissen erwerben.
Eine häufige Frage ist: Brauche ich eine Genehmigung um eine Meerschweinchenzucht zu betreiben? Das ist von den Vorschriften ihres örtlichen Ordnungsamtes abhängig. Bitte fragen sie dort gezielt nach, bevor sie eine Zucht beginnen. Das Ordnungsamt Landshut fordert eine Anmeldung wenn man mehr als 100 Jungtiere/Jahr bekommt. Dann erst ist eine Veterinäramtsärztliche Prüfung erforderlich.
Der Käfig/ Stall sollte groß genug sein, um einen eventuell zu erwartenden Babyboom artgerecht unterzubringen. Die gewohnte Umgebung sollte nicht verändert werden, weil das für die Eltern nur zusätzlichen Stress bringt und für die Jungen in der Regel nicht erforderlich ist. Der Käfig sollte von Außen abgedeckt werden, um die Mutter und die Jungtiere nicht zu stören.
Biologisch gesehen können Meerschweinchen sich das ganze Jahr über paaren. In unseren Breitengraden ist das aber nur bei Indoorhaltung zu empfehlen. Besser ist es auf jeden Fall, die Verpaarung so zu planen, dass die Geburt in die Monate April bis Oktober fällt, da in dieser Zeit der Speiseplan durch frisches Grünfutter optimal ergänzt werden kann. 7. Die Auswahl der Zuchttiere
Video einer Meerschweinchengeburt
Bevor man diese Frage beantworten kann, muss man sich jedoch im Klaren sein, welche Rasse(n) und Farbe(n) man züchten möchte. Jeder Züchter sollte ein bestimmtes Zuchtziel haben. Das Zuchtziel besteht meist in der Verbesserung und Festigung von Rassemerkmalen, so dass die Tiere dem von Zuchtverbänden vorgegebenen Rassestandard entsprechen.
Was ist der Rassestandard? Der Rassestandard ist eine Aufstellung von rassespezifischen Merkmalen die ein Meerschweinchen besitzen muss, um der Rasse zu entsprechen, damit kein Züchter auf sich alleine gestellt ist. Auch Fehler werden hier aufgelistet.
Ausführliche Informationen zum Rassestandard gibt es auf der Seite von Kleintiernews:
Ein häufiges Problem ist aber, dass die als Rassestandart erwünschte, runde Kopfform (Römernase) zu einer Knickung des Tränen-Nasen-Kanals führt. Dadurch kommt es zu einem Rückstau der Tränenflüssigkeit. Die Tiere haben Augenausfluss, der virale oder bakterielle Infekte verursachen kann. Durch den angezüchteten zu kurzen Kiefer kommt es zu einem noch gravierenderen Problem. Unser Tierarzt muss im Durchschnitt jeden Monat 2 Tiere einschläfern, die nicht mehr fressen können, weil die Backenzähne so stehen, dass sie sich nicht abnutzen, dadurch werden die Zähne schnell zu lang und wachsen in den Gegenkiefer ein (Brückchenbildung). Das führt zu schmerzhaften Entzündungen und Abszessen, wodurch die Tiere große Qualen erleiden und nicht mehr fressen können. Das traurige Ende eines Schönheitsideals. Ähnliche Probleme gibt es übrigens auch bei anderen Tierrassen. Schönheitsideale: Nur ein fehlerfreies Meerschweinchen ist ein gutes Meerschweinchen? Nein, das finden wir nicht. Der Rassestandard schreibt zwar vor, wie ein "schönes" Meerschweinchen auszusehen hat. Da gibt es dann eine Liste mit sogenannten Zuchtfehlern. Das kann zum Beispiel ein Faltohr sein, oder ein falsch platzierter Haarwirbel. Diese Tiere gelten dann als "zur Zucht nicht geeignet". Dennoch sind diese Meerschweinchen keine "Ausschussware". Man sollte sie nur nicht weiter zur Zucht einsetzen, da sich bestimmte Fehler rezessiv oder dominant weitervererben. Trotzdem sind es liebenswerte Tiere, die ein Recht auf ein schönes Zuhause und ein lebenswertes Leben haben. Für uns ist für uns bei der Zucht wichtig:
Last, but not least, unser Zuchtziel, was das Aussehen unserer Angoras betrifft: Wir möchten, dass unsere Angoras möglichst viele, gut angeordnete Wirbel bekommen. Die Farbe ist dabei eher sekundär. Es ist auch nicht leicht passende Angoras zur Zucht zu bekommen, da es nur wenige Züchter dieser Rasse und entsprechend wenig Ausgangstiere gibt. Genetisch ist das Angorameerschweinchen identisch mit dem Peruanermeerschweinchen. Aber sie unterscheiden sich deutlich durch Anzahl und Sitz der Wirbel. Trotzdem ist ein Peruanermeerschweinchen mit Fehlwirbeln nicht automatisch ein Angorameerschweinchen. Dazu gehört schon ein bisschen mehr als nur ein oder zwei zusätzliche Wirbel. Es ist aber möglich Peruaner mit einzukreuzen, wenn man z. B. eine bestimmte Farbe züchten möchte und kein passendes Angoraweibchen zu finden ist. Deshalb findet man bei uns auch ein paar Peruanerweibchen in der Moppelbande. Die Babys mit den besten Wirbeln behalten wir dann zur Weiterzucht. Das soll aber nicht heissen, dass die anderen Babys keine netten Meerschweinchen sind. Sie werden als Liebhabertiere an Meerschweinchenfreunde verkauft. Warum wir nicht zu Meerschweinchenausstellungen gehen: An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass wir uns, auch auf die Gefahr hin uns mit diesen Worten bei einigen Meerschweinchenliebhabern und Züchtern unbeliebt zu machen, von Meerschweinchenausstellungen distanzieren. Wir sind der Meinung, dass wir das unseren Tieren nicht antun wollen. Der Stress, dem die Meerschweinchen dabei ausgesetzt werden, muss doch nicht sein. Dies ist unsere persönliche Meinung, und ich bitte alle Züchter die meine Seiten besuchen, dies zu respektieren, so wie auch ich die Meinung der anderen Züchter respektiere. Jeder muss für sich entscheiden was er tut. Wir leben im Zeitalter der Technik. Wenn jemand wissen möchte, wie die verschiedenen Meerschweinchenrassen aussehen, kann man sich jederzeit im Internet informieren. Hier gibt es unzählige schön gestaltete Seiten, auf denen die verschiedenen Rassen vorgestellt werden. Auch hier finden Sie eine Seite, auf der die Rassen zu sehen sind.
Was hat denn mein Tier von dem Preis?
Was mein Meerschweinchen bei der Ausstellung und allem was dazugehört empfindet, das kann es mir leider nicht sagen. Es ist auch nicht einfach, aus der Mimik und Gestik der Meerschweinchen zu lesen. Man sieht ihnen ihre Gefühle nicht so leicht an, kann höchstens, das kleine Herzchen schlagen fühlen. Und das kann ganz schön schnell klopfen. Aber es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass ein Meerschweinchen keinerlei Interesse daran hat, auf den Präsentierteller gesetzt zu werden.
Das bedeutet eine Ausstellung für ein Meerschweinchen:
Schimmel und Dalmatinerzucht Schimmel und Dalmatiner haben in der Meerschweinchenzucht
eine Sonderstellung und sollten, wenn überhaupt, nur von erfahrenen
Züchtern gezüchtet werden.
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| ©Eva-M. Ganslmeier | |||||||||||||||||||||||||||||||||||